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1 (1924)
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BUSCH 9 o

weise einem Buchhändler verkaufen; daß das nützlichste und aus-gebreitetste Buch in Deutschland, welches so vieles Gutes gestiftethat und noch ferner hätte bewirken können, die Farbe der Lüge an-genommen, und daß es von der schnöden Gewinnsucht eines Krämersabhängen soll, was er das Volk lehren oder ihm verschweigen soll?"

BUSCH, WILHELM (183^—1908).

Wilhelm Boschs verbotenes Buch ist „Der heilige Antonius vonPadua", der erste seiner berühmten Bilderzyklen, den er Anfang dersechziger Jahre für das Karrikaturenbuch des Vereins „Jung-München''zeichnete. Er erschien aber dort nicht, wohl mit Rücksicht auf dieantiultramontane Tendenz, und auch der Verleger von „Über Landund Meer' - , Eduard Hallberger, dem Busch 1864 das Manuskript an-bot, wagte nicht es zu veröffentlichen. Später aber, so erzählt derNeffe des Dichter-Künstlers, Otto Nöldeke, 1867, „kam er darauf zu-rück und erbot sich, dem inzwischen persönlich ihm bekannt gewor-denen Busch einen geeigneten Verleger zu verschaffen. Das warMoritz Schauenburg in Lahr. Dieser war meinem Onkel bei einemBesuch, den er in Lahr machte, zwar auch nicht recht unter-nehmungslustig und -tüchtig erschienen; aber er war damit einver-standen, daß Hallberger das für 500 Taler gekaufte Manuskript anSchauenburg abtrat. Im Kriegsjahr 1870, zur Ostermesse, kam der,Heilige Antonius' heraus. Gleich in Leipzig, wo der Verleger beimFrühschoppen die Druckbogen zeigte, waren die ersten Tausende ver-griffen, und so ging es weiter. Wie hoch sich die Gesamtauflage gegen-wärtig beläuft, konnte ich auch von diesem glücklichen Verleger nichterfahren. — So viel ich festgestellt habe, ist entgegen anderen Mit-teilungen der .Heilige Antonius' in Bayern nie verboten gewesen, wohlaber in Rußland und in Österreich. Doch ist auch da seit Jahren dasVerbot außer Geltung. Bald nach Erscheinen des Werkes wurdeSchauenburg vor dem Badischen Kreis- und Hofgericht in Offenburgwegen Religionsverletzung angeklagt, aber freigesprochen. Es handeltesich dabei vor allem um den Schlußpassus, wo Maria den heiligen An-tonius mit seinem treuen Schwein in den Himmel einläßt und die Wortespricht: ,Es kommt so manches Schaf hinein, warum nicht auch einbraves Schwein.' Nach dem Prozeß blieb in einigen Auflagen dieserAbschnitt fort, doch später ist er wieder unverändert mit abgedruckt.Als die Anklage erhoben war, wandte sich Schauenburg an meinenOnkel mit der Bitte, das dem Werke zugrunde liegende urkundlicheMaterial aus katholischen Heiligenlegenden ihm zu schicken. DieseBitte, so sagte mein Onkel mir gelegentlich, hätte er nicht erfüllenkönnen, da er wohl Anregung aus dem Studium der Legenden emp-fangen, aber nichts unmittelbar übernommen, auch Züge vom heiligenAntonius von Ägypten auf den von Padua übertragen hätte. Weiter