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9- Dezember 1815 dem ihm befreundeten Varnhagen v. Ense mitteilte(vgl- „Aus dem Nachlaß Varnhagen's von Ense. Briefe von Stäge-mann" usw. Leipzig. 1865. S. 16), meinte daraufhin nachdenklich, danndürfe man wohl auch kein Gedicht auf die Melodie: „Allein Gott inder Höh sei Ehr" drucken lassen, wurde aber von seiner loyalerenGattin Elisabeth belehrt, daß an der Weigerung Ancillons „immeretwas Richtiges" sei. Er zog es deshalb vor, über das Problem nichtw «ter nachzugrübeln.
BROCKHAUS' KONVERSATIONSLEXIKON.
Nach der Schlacht bei Leipzig mußte Friedrich August I. der Ge-rechte, König von Sachsen, anderthalb Jahre als Gefangener derAllürten außer Landes zubringen, weil er sich dem Gefühl der Ab-hängigkeit von Napoleon auch in den Tagen des deutschen Auf-schwungs allzu phlegmatisch hingegeben hatte. Erst nachdem er diegrößere Hälfte seines Landes an Preußen abgetreten hatte, durfte eram 7. Juni 1815, elf Tage vor der Schlacht bei Waterloo, nach Dresdenzurückkehren. Der Vaterlandsverräter, als der er bei deutschenPatrioten galt, war durch den „Jubel" seines Volkes tief gerührt undstiftete am selben Tage den Zivilverdienstorden für Verdienst undTreue! Während er noch in Friedrichsfelde als Gefangener weilte undsein „Charakterbild" in der zeitgenössischen Beurteilung bedenklichhin und her schwankte, erschien von der zweiten Auflage desBrochhausschen Konversationslexikons (1812—1818) der 5., Ende1814 gedruckte Band mit dem Buchstaben L, dessen aktuellster Artikelnatürlich der über die Schlacht bei Leipzig war. Die Haltung des säch-sischen Hofes im Wirbel des Völkerkampfes konnte dabei nicht un-bezeichnet bleiben, und der König mußte darauf gefaßt sein, daß eineunbefangene Geschichtsschreibung, so weit sie unter der noch starkpulsierenden Erregung des Jahres 1814 und beim Mangel aktenmäßigerUnterlagen überhaupt möglich war, sein wenn auch erzwungenes„Durchhalten" auf der Seite des Feindes nicht gerade mit goldenenRuhmeslettern eintragen werde. Länger als ein halbes Jahr schon saßFreund Napoleon auf St. Helena, da war die Kunde von jenem Artikelüber die Leipziger Schlacht bis zur höchsten Stelle in Dresden durch-gesickert, und als der Verleger Friedrich Arnold Brockhaus, derGrunder der Firma, von seinem damaligen Wohnort Altenburg zurOstermesse 1816 nach Leipzig kam und im „Roten Collegium" in derRitterstraße, wo er eine Niederlage seines Geschäftes hatte, mit denBuchhändlern abrechnete, erhielt er plötzlich am 10. Mai den Besuch desAktuars Jäger, des Bücherinspektors der von Universität und Stadtratgebildeten „Büchercommission". Jäger wies ein königliches Reskriptvom 7. Mai vor, das wegen mehrerer „höchst frevelhaften und wahr-heitswidrigen Äußerungen" die Konfiskation des Bogens 41 im 5. Bande
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