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1 (1924)
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Campe, das Literarische Comptoir, Carl Löwenthal, Reclam, OttoWigand und andere ging man genau so vor. — Die feindselige Stim-mung in Berlin hielt den Liberalen Benzenberg übrigens nicht ab,späterhin von seinen zahlreichen Schriften regelmäßig prompt einExemplar dem Könige zu überreichen. Darunter befindet sich eine>n Düsseldorf 1841 als Handschrift gedruckte Broschüre „Über Preß-freiheit und Censur", worin eine bezeichnende Episode erzählt wird:1819 schrieb der Staatskanzler Hardenberg einmal einen Aufsatz fürdie „Staatszeitung"; der Zensor ahnte den Verfasser nicht und strichden Artikel so zusammen, daß niemand mehr erraten konnte, auswelcher Quelle er kam; so verstümmelt erschien er auch! Über dieZensur in den Rheinlanden, die erst mit der preußischen Herrschafteingeführt worden sei, macht Benzenberg mancherlei beachtenswerteMitteilungen und verkündet schließlich als einfachstes und wirksamstesHeilmittel gegen alle Zensur — die Aufhebung jeder Anonymität!Diese Forderung wurde auch von Friedrich Wilhelm IV. lebhaft ver-treten und tauchte später immer wieder auf, aber weder die unabhängige,noch die offiziöse Presse hat sich aus naheliegenden Gründen je damitbefreunden können. Und Benzenberg mußte eigentlich am bestenwissen, warum er selbst seine wichtigsten politischen Schriften anonymin die Welt geschickt hatte. (Akten des Preußischen Staatsarchivs:Rep. 77 II F 4 und H 9; Civ.-Kab. Rep. 89 B XIV 5 und 89 C IVB 4; Ausw. Amt Rep. IV, 63. 84. 88 und 96 über Brockhaus.)

BÖRNE, LUDWIG (JUDA LOW BARUCH, 1786—1837).

Als die Schlacht bei Jena geschlagen wurde, studierte der Sohn desangesehenen Frankfurter Kaufmanns Jakob Baruch in Halle Medizin.Das Unglück des Vaterlandes, als das ihm bei seinem frühen Haßgegen Kleinstaaterei das ganze Deutschland galt, diktierte ihm eine„Rede an die Juden", worin er seine Glaubensgenossen zu einemgroßen patriotischen Opfer aufrief. Die hallische Zensur verbot aberden Druck der geplanten Broschüre. „Der Professor Maas," schriebder Verfasser am 16. Dezember 1806 an seine Berliner FreundinHenriette Herz, „ein friedliebender Mann, ließ dem Buchdrucker sagen,es wäre ohne dies schon alles in Gährung, er möchte das Ding ja nichtdrucken." Die Zensur derartiger „kleinen Schriften" war damals inUniversitätsstädten Aufgabe eines für das jeweilige Fach bestimmtenProfessors. Da Napoleon die hallische Universität am 19. Oktoberhatte schließen lassen, begab sich der Student aus Frankfurt in seinesüddeutsche Heimat zurück und verbrachte die nächsten Semester inHeidelberg und Gießen, wo er Jura und Staatswissenschaft studierte.Der Fürstprimas des Rheinbundes, der ehemalige Erzkanzler des 1806aufgelösten Deutschen Reiches, Reichsfreiherr Karl v. Dalberg, seit1810 von Napoleons Gnaden Großherzog von Frankfurt, gab im

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