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an einen der leidigen Sammler verschenkt habe. — ,Der Feldmarschall-leutnant vernehme, daß ich mich beklage' — hieß es in dem Schrei-ben — ,er nehme aber durchaus keinen Einfluß auf Theater und Zen-sur — von seiner Seite sei also kein Hindernis gegen die Aufführungmeines Zeitgemäldes. Er sei übrigens immer bereit, sich mit einemverständigen Manne über die Sache zu besprechen' usw. Dieser halbenEinladung folgend, steckte ich mein Theatermanuskript zu mir undsuchte den Diktator sogleich in der Hofburg auf. Ich fand ihn vonOrdonnanzen umgeben und von Bittstellern aller Art umstürmt. Dochging es strammer und sicherer, kurz soldatischer zu, als damals [1848]bei Messenhauser in der Stallburg! — Weiden ersuchte mich, ein wenigzu warten, expedierte die Leute, nahm dann den Hut — ob ich ihnbegleiten wolle? — Wir gingen erst durch eine Reihe Prunkzimmerauf und ab. Ich sagte ihm: Wenn der Feldmarschallleutnant als Gou-verneur etwas gegen mein Stück einzuwenden habe, so müsse ich michnatürlich fügen, gegen die Zensur Holbeins und der Polizei jedochschlechterdings Einspruch tun. Weiden gab mir recht. Er kenne zwardas Lustspiel nicht, stellte es mir aber vollkommen frei, es aufführenzu lassen, wenn ich es für passend hielte. Ich versicherte dagegen, dieKleinigkeit sei zwar in freiheitlichem, jedoch zugleich in versöhnen-dem Sinne geschrieben — die Exzellenz möge sich selber davon über-zeugen, übrigens an dem Manuskript streichen lassen, was ihr beliebe.Weiden beteuerte wiederholt, daß er an Zensurieren nicht denke unddie Sache vollkommen meinem Gutdünken überlasse. Er wolle dasLustspiel erst bei der Aufführung kennen lernen . . . Der „NeueMensch" kam am 17. April 1849 zur Aufführung. Beim Aufziehen desVorhanges saßen Wilhelmi als „Blase" mit weißem Schnurrbart, MamaHaizinger mit schwarz-gelber und Louise Neumann als freiheitlich ge-sinntes deutsches Mädchen mit der roten Kokarde auf der Bühne,welche stummen Gegensätze sogleich ein lautes Lachen hervorriefen.Die Szene, in welcher Beckmann-Schmerl das unter der Weste ver-steckte schwarz-rot-goldene Band hervorzieht und das verpönte Lied,Was ist des Deutschen Vaterland?' verstohlen sotto voce intoniert,machte Furore, wie auch alle Ausfälle auf die .Gutgesinnten', nichtminder die versöhnenden ernsthaften Tiraden. Bei den Wiederholun-gen des Lustspieles machten aber die Galerien solch radikales Spek-takel, daß es der oberste Kämmerer in der Folge geraten fand, dasAnhängsel mitsamt dem Vorspiel für immer von dem Repertoire zustreichen."
Im nächsten Jahre wurde dem Dichter vom Minister v. Bach, seinemehemaligen Freunde, das Theaterreferat im Ministerium des Innern an-geboten, aber die Anstellung hatte einen „Beigeschmack von Zensurund Polizei", so daß sich Bauernfeld bedankte. Zur selben Zeit hatteder Oberstkämmerer Graf Lanckoronsky sein neues Schauspiel „Franz