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1 (1924)
Seite
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2 Q v.ARNIM

1834 in Venedig in den österreichischen Staatsdienst getreten undhatte sich auf vielen Reisen fleißig umgesehen. England hatte er offen-bar besonders liebevoll studiert, gab er sich doch in seinem Buche alseinen Politiker „im Sinne der englischen Aristokratie". 1846 verließ erden Staatsdienst, aber seine Rolle war damit nicht ausgespielt. Erwurde 1848 ins Frankfurter Parlament gewählt, war sogar dessen Vize-präsident und der Führer der Deputation, die dem österreichischenErzherzog Johann seine Wahl zum Reichsverweser anzeigte. Wie diemeisten Kollegen aus Österreich nahm er aber vor dem traurigen Aus-gang des Parlaments seine Entlassung; kurze Zeit war er Reichs-gesandter in London gewesen. 1850 erschien von ihm noch eine Schrift„Centralisation und Decentralisation in Österreich", worin er sich (nachWurzbach) wieder als einen Anhänger englischer Regierungsgrund-sätze bekannte. Durch seine persönliche Haltung in der FrankfurterNationalversammlung, rühmt ihm Laube in seinem packenden Buche»Das erste deutsche Parlament" nach, erhielt dieser österreichischeFreiherr das Verdienst seines ersten Buches einfach, redlich und be-sonnen aufrecht und bewährte „durch milden, wirklich liberalen Sinnfortwährend, namentlich als die Stammesleidenschaften alles aufs Spielsetzten, einsichtsvollen Takt und den ruhigen Muth der Überzeugung".Daß er der Verfasser des von der Wiener Regierung so heftig ver-folgten Buches „Österreich und dessen Zukunft" sei, war 1848 allge-mein bekannt; vor diesem Datum hätte die Enthüllung seiner Anony-mität dem österreichischen Kavalier jedenfalls einige Jahre Urlaub aufdem Spielberg eingetragen.

v. ARNIM, ACHIM (1781—1831).

Im Februar 1808 ließ Achim v. Arnim die Ankündigung einer Zeit-schrift drucken, die vom 1. April desselben Jahres an in Heidelbergerschien, es aber nicht über 37 Nummern brachte und Ende Augustwieder einging. Weder dem im höchsten Sinne vaterländischen Cha-rakter der „Zeitung für Einsiedler", wie das Blatt hieß, noch dem fröh-lichen Übermut des jugendlichen Herausgebers und seiner gleichaltri-gen Mitarbeiter Brentano, Görres, Gebrüder Grimm u. a. konnte dasLesepublikum nach der Schlacht bei Jena Geschmack abgewinnen, undder Verleger Mohr und Zimmer mühte sich vergebens, die liegen-gebliebenen Nummern zusammen unter dem neuen Titel „Trösteinsam-keit" an den Mann zu bringen. Heute allerdings ist das Werk eine dergrößten Buchseltenheiten der Jüngern deutschen Romantik. — JeneVoranzeige vom Februar 1808 brachte den Herausgeber in einen lusti-gen Konflikt mit dem Heidelberger Zensor Wedekind; ein Brief Ar-nims an seine spätere Gattin Bettina Brentano, aus dem Reinhold Steig»im „Euphorion" 1912 (Bd. XIX, S. 229) Mitteilung machte, gibt dar-über Auskunft. Mit seinem etwas geschraubten Humor hatte Arnim