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1 (1924)
Seite
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2- v. ANDRIAN-WERBURG

auch er besaß ja in Hamburg seine Zuträger und erwies sich demPcHzeigewaltigen ,über'."

Vier Jahre später erschien sogar eine Fortsetzung des verpöntenBuches: „Österreich und dessen Zukunft. Zweiter Theil. Hamburg,bei Ludwig Giese, 1847." Diese bis dahin unbekannte Firma war nichtsweiter als ein von Hoffmann und Campe erfundener Deckname, mitdem im selben Jahr auch die eigens für Preußen, Österreich oder an-dere zensurstrenge Bundesstaaten zurechtgemachten Exemplare vonHeines „Atta Troll" versehen waren. Daß es sich um eine Fortsetzungdes 1843 verbotenen Buches handelte, ergab sich ohne weiteres ausdem Titel; so helle waren die österreichischen Beamten auch. Aberdie neue Verlagsfirma schuf einen neuen Tatbestand, der erst unter-sucht werden mußte. Zeit gewonnen, alles gewonnen! Ehe das durchdie Verlagsänderung notwendige neue Verbot erging, waren die nachÖsterreich durch die gleichen Praktiken wie bei Band 1 hinüber-geschafften Exemplare wohl alle schon in festen Händen. CampesSpekulation bewährte sich glänzend. Wie der Heineforscher Fr. Hirthunlängst mitteilen konnte, entspann sich ein ungeheurer Aktenwechsel.Bei ihren Leipziger und Hamburger Generalkonsuln ließ die öster-reichische Regierung auf diesen unbekannten Giese fahnden. Der Leip-ziger antwortete, er könne über die neue, im Dezember 1846 in Ham-burg errichtete Buchhandlungsfirma einstweilen keine Auskunft geben.Endlich, nach Monaten, kam man hinter den Sachverhalt. Campe er-klärte schroff, er werde sich dieses Namens auch weiterhin bedienen.Ein Verbot hatte jetzt keinen Zweck mehr, das sah selbst Metternichein; „unter den dermaligen Konjunktionen", erklärte er, sei von einemgerichtlichen Einschreiten ein entsprechendes Resultat kaum mehr zuerwarten. Also ad acta!

Was Hoffmann und Campe bewog, sich bei dem zweiten Teil von„Österreich und dessen Zukunft" einer Deckfirma zu bedienen, warwohl auch der Umstand, daß der Verfasser hier wesentlich schärfereRegister gezogen hatte als im ersten Teil. Campe wollte, wenn es sichvermeiden ließ, nicht abermals den Zorn Österreichs gegen sich her-ausfordern, dafür war er ein zu guter Geschäftsmann. Was der Ver-fasser in diesem zweiten Band besonders über den Geisteszwang inÖsterreich, über das dort beliebte „in der Geschichte beispiellose Ver-dummungs-System" sagte, mußte allerdings den Wiener Machthabernauf die Nerven gehen. „Mit eiserner Beharrlichkeit haben die Feindedes Fortschrittes durch mehr als ein Menschenalter ihr Ziel verfolgt:die Niederhaltung und Unterdrückung des freien Gedankens — keinMittel schien ihnen zu diesem Zwecke zu geringfügig: von den Unter-richts-Anstalten und der öffentlichen Presse bis herab zu einer sitten-verderbenden, geist- und gesinnungslosen Volksbühne. Bewunderungs-würdig, wenn hier von Bewunderung die Rede sein könnte, war die