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Siebzehnter Abschnitt.
nahm Hielm eine neue ausführliche Untersuchung, als deren Er-gebnis er mitteilt, dass der reinste Zucker fast keinen, der roheZucker ziemlich vielen, und der Syrup sehr vielen Kalk enthalte,welcher demnach nicht aus dem Zuckerrohre stammen könne,sondern erst bei der Fabrikation in den Saft eingeführt werde;das allgemeine Vorurteil wurde aber auch hierdurch nicht beseitigt,und Spuren desselben wirken sogar heute noch fort.
Im Jahre 1776 entdeckte Bergman (1735—1784) die Ent-stehung der sog. „Zuckersäure" (heute Oxalsäure) bei der Behand-lung des Zuckers mit Salpetersäure (Haeser II, 445); diese Beob-achtung machte das grösste Aufsehen, und schien so unerklärlich,dass z. B. Girtanner (1795) und Wurzer (1806) sagen: „vonjetzt ab müsse man die Verwandlung von Metallen in einanderfür möglich halten, und für nicht merkwürdiger, als die des süsse-sten Körpers, des Zuckers, in den sauersten, die Zuckersäure"(Kopp, „Alchemie" II, 168 und 175). Nach Stahl's Systemwurde nunmehr der Zucker als eine Verbindung von Phlogistonund Oxalsäure betrachtet, welches erstere durch die Salpetersäureausgetrieben werde; dieser Meinung war auch Morveau, währendFourcroy als weitere Bestandteile noch „alkalische, sowie gewissefette Teilchen* annahm. Nach Lavoisier („Traite de chitnie"1793; I, 69) ist der Zucker eine Verbindung einer kleinen Mengebrennbarer Luft mit einer grossen Masse kohliger Substanz, undgeht durch Aufnahme eines säuernden Prinzipes in Oxalsäure über;Zucker ist das neutrale niedrigere Oxyd eines kohlenwasserstoff-haltigen Radikals, und Oxalsäure dessen höhere Oxydationsstufe(Kopp, „Entw." 178 und 522; Schorlemmer, „Ursprung undEntwicklung der organischen Chemie", Braunschweig 1889, 12);nach Girtanner (1795) ist er „die wahre Grundlage der Oxal-säure, und zwar ein vegetabilisches Oxyd mit zwei Grundlagen,welches Kohlenstoff und Wasserstoff genau zusammen verbunden,und durch etwas Sauerstoff in ein Oxyd verwandelt, enthält". Inder Gährung des Zuckers sieht Lavoisier den Zerfall des Oxydesin Sauerstoff, welcher sich an einen Teil des Kohlenstoffes bindetund als Kohlensäure entweicht, und in das kohlenwasserstoffhaltigeRadikal, das unter Aufnahme von Sauerstoff in Alkohol übergeht:„Könnte man Kohlensäure und Alkohol wieder verbinden, somüsste daraus der Zucker zurückentstehen" (Kopp, „Gesch. derChem." IV). Diese geläuterten Anschauungen fanden indes nurwenige Anhänger, während die grosse Menge der Chemiker an denälteren und geläufigeren Lehren festhielt; so z. B. erklärte Fab-'broni noch 1785 die Gährung für eine blosse Veränderung des
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