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Ansichten über Entstehung und Wesen des Zuckers.
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und da diese Bestandteile die salzigen an Menge weit übertreffen,so schmeckt Zucker, entgegen allen anderen Salzen, süss. Dietrockene Destillation des Zuckers giebt ausserdem noch ein Öl undeine Säure, und die Gährung brennbaren Alkohol und Essig, es sindalso sehr zahlreiche und mannigfache Bestandteile in ihm enthalten.Nach Hallens (S. 7) ist Zucker „ein, in ein flüchtiges Öleingewickeltes Sauersalz, mit schwefeligen und erdigen Teilen ver-bunden", nach Herrmann, entsprechend Becher's Lehre, „eineVerbindung von Schwefel, fettiger Erde, salzigen Teilchen undWasser«, nach Ludolf („Chemie", Erfurt 1752, 1018) besteht erwesentlich aus Schwefel. Beckmann erklärt Zucker für „einesaure Seife, d. i. ein Fett, mit einem sauren Salze verbunden"und bezeichnet als seine näheren Bestandteile „Wasser, Erde,Säure, und ein feines, öliges, brennbares Wesen" („Anl. z. Techn."176, 378): Böhmer sagt (I, 695, 751, 386ff.): „Zucker bestehtaus einem wesentlich sauren Salz, das jedoch mit einem feinenÖl und Erde vermischt ist, daher auch nicht sauer schmeckt; dieGährung desselben beweist, dass sich in seinem Grund auch einbrennbarer Geist vorfindet, neben dem noch eine sauer-salzige,schleimige Mischung vorhanden ist." Ahnliche Ansichten findensich bei Cartheuser (1774), Rouelle (1703—1770), und denanderen letzten Vertretern der phlogistischen Schule, denen Zuckerals ein, dem Schwefel analoger, aus „brennbarem Wesen" undSäure bestehender Körper, als „ein vegetabilisches Hepar, inwelchem das ölige Prinzip durch eine Säure mit dem Wasser misch-bar geworden ist", und als ein „eigentliches essentiales Pflanzen-salz" galt (Hoeferll, 364 und 407; Berthelot, „Die chemischeSynthese", Lpzg. 1877, 43; Kopp, „Gesch. d. Chem." IV). LetztereAnschauung wurde aber erst durch Marggraf zur herrschendenerhoben (Scheibler 27), welcher die, namentlich von Glauber(1660) verfochtene Behauptung, der Zuckersaft sei ursprünglichnur eine honigartige Masse, und gebe erst durch die chemischeBehandlung, und namentlich durch die Einwirkung des Kalkes,trockenen festen krystallisierten Zucker, dadurch widerlegte, dasser den Zucker mittelst Alkohol, unmittelbar in Substanz, aus denPflanzen auszog. Die Frage, ob der Kalk zu den wesentlichenBestandteilen des Zuckers gehöre, und denselben gesundheitsschäd-lich und „hitzig" mache, wie zahlreiche Arzte versicherten, war eineviel umstrittene; obwohl Wiegleb („Chemische Versuche", Berlin1774) die Angabe des Angelus Sala bestätigte, dass reinerZucker ohne Hinterlassung von Asche vollständig verbrenne, sofand dieselbe dennoch nur wenig Glauben, und noch 1785 unter-
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