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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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Ansichten über Entstehung und Wesen des Zuckers.

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Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurden die Lehren desCaesalpino und Jungius allenthalben endgültig angenommen,besonders als Malpighi (1628—1694) mit der wohldurchdachtenTheorie hervortrat, dass die Blätter die eigentlichen ernährendenOrgane der Pflanzen seien. Auch der grosse Physiker Mariotte(1610—1684) legte in der Abhandlung „Sur le sujet des plantes"dar, dass die Gewächse die letzten Bestandteile der in ihnen ent-haltenen, verschiedenen, und selbst wieder zusammengesetztenStoffe, aus der Erde und der Luft aufnehmen und durch chemischeUmsetzung umgestalten, doch blieb diese Ansicht unverstanden,und geriet, trotz der späteren Bemühungen des PhilosophenChristian Wolff, wieder in Vergessenheit (Sachs 494, 498, 511).Gleichzeitig mit Mariotte gab auch Stahl (1660—1734) an, dassdie Pflanzen den grössten Teil ihrer „brennbaren Substanz" derAtmosphäre entzögen (Kopp, „Beitr." 111, 224); dies hindertejedoch Stahl und Becher (1635—1682) nicht, anzunehmen, dassjene organischen Stoffe Salz, Schwefel und Quecksilber enthielten,deren Zusammenhang ein sehr komplizierter sei; als nähere Be-standteile bezeichnete Stahl gewisse salzig-saure Teilchen, Wasser,Phlogiston, und zuweilen etwas Erde. Näher wurde die Aufnahme gas-förmiger Nahrungsstoffe aus der Luft zuerst von Haies (1677 —1761)untersucht, systematisch bewiesen, auf bekannte physikalische undchemische Gesetze zurückgeführt, und an die Thätigkeit der Blättergeknüpft, wobei dem Lichte (das man nach Newton für einenStoff hielt), in Zusammenwirkung mit Wasser, und den aus demErdboden aufgenommenen Substanzen, eine wichtige Rolle zufiel(Sachs 515); Haies bemerkt auch das Entstehen einer besonderenGasart bei der Gährung von Zuckerlösungen, hielt sie aber nurfür veränderte Luft (Hoefer II, 340), und erst Black (1728—1799)erkannte dieselbe als Kohlensäure, und identifizierte sie mit dem„gas sylvestre", welches van Helmont bei der Gährung, derVerbrennung organischer Stoffe, und der Auflösung gewisser

429). Van Helmont glaubte die Synthese von Mäusen aus Weizenmehlund einem schmutzigen Hemd ausgeführt zu haben (Meyer, „Gesch. d. Chem."63); nach Cardanus (1501—1576) bilden sich bei rascher Fäulnis nur> niedrige Tiere, z. B. Mäuse, bei langsamer aber, z. B. der der stehenden

Gewässer, auch Biber, Hasen, und Gazellen (Sprengel II, 329), und ähn-liche Vorgänge finden bei der Gährung statt, wie schon Dinus de Garbaaus Florenz (gest. 1327) behauptete (ebd. III, 503). Aber selbst 1830 schreibtBohlen noch ganz ernstlich („Das alte Indien" 1,34): „aus dem Nilschlammentwickelt sich eino Menge Ungeziefer, besonders Mäuse, Frösche und Sumpf-mücken." — [Strabo (XI, 14, 4) liess die Mücken aus den Funken derEisen-Schmolzhütton entstehen.]

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