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Ansichten über Entstehung und Wesen des Zuckers.
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zuziehen, ohne dass er aber hierbei wesentliche und dauerndeErgebnisse erzielt hätte (Kopp, „ Geschichte der Chemie" IV).Seine Ansichten blieben jedoch auf lange Zeit hinaus herrschendund noch Libavius (1600) sagt in seiner „Alchemia" kurzweg:„Alle organischen Substanzen bestehen aus den Grundstoffen Salz,Schwefel und Quecksilber, und aus diesen bilden sich die flüchtigenGeister, die Säfte, die Öle, und die Quintessenzen." Fast allgemeinglaubte man während des 16. Jahrhundertes noch, dass diese Bil-dung ausschliesslich im Erdboden vor sich gehe, und die Wurzelnbloss die fertigen Stoffe aufnähmen, wie denn z. B. noch Cam-panella (1568—1639) sagt: „Die Pflanze ist ein bewegungslosesTier, und die Wurzel ist ihr Mund." Erst Caesalpino (1519—1603), obwohl ein getreuer Schüler des Aristoteles, beginntvon dieser Ansicht abzuweichen, und Jungius (1587—1657), alsPhilosoph ein Vorgänger des Leibnitz, ein kritischer Gegner derScholastik und des Aristoteles, weist der Pflanze schon in be-stimmter Weise eine selbstthätige chemische Mitwirkung bei ihrerErnährung zu (Sachs 487, 63, 492); die ersten Versuche überdiesen Gegenstand stellte van Helmont (1577—1644) an, schlossaber aus denselben fälschlich, dass die Pflanzen alle ihre Bestand-teile allein aus Wasser bildeten (ebd. 493).
In seltsamer Weise aus Wahrheit und Aberglauben gemischt,sind die Ansichten, die Baco von Verulam im „Novum Orga-num", dem zweiten Teile der „Instauratio magna scienciarum"(1620), äussert. Es heisst darin: „Die Entstehung der Pflanzenbeginnt mit der Verbindung gewisser Säfte in der Erde. Es stehtfest, dass die entsprechenden organischen Bestandteile der Pflanzendie ihnen gleichen oder ähnlichen mit einer gewissen Auswahlaus ihren Nährmitteln anziehen, sie sich ähnlich machen, und inihre Natur umwandeln. Für verschiedene Pflanzen sind verschie-dene Arten Dünger förderlich, z. B. Mist, Kreide, oder Asche,was durch den Versuch zu erforschen ist; zwei aussaugendePflanzenarten nebeneinander, nehmen sich die Nahrung weg, ebensowieder wachsen z. B. Kornblumen aus den Säften, welche das Ge-treide als unbrauchbar von sich stösst. Die Bildung der Säfteberuht auf gewissen natürlichen Eigenschaften der Körper. Zurrichtigen Erkenntnis eines Körpers muss man aber ermitteln,welches seine Geister*) sind, wozu Auflösung, Erwärmung, Destil-lation, und dergl., feine Mittel bieten. Alle Körper, denen ein
*) Die Erklärung aller immanenten Eigenschaften durch „Geister" istein echt scholastischer Zug, dor sich auch bei Paracelsus, und noch beiCartesius findet.
Ijippmann, Geschichte des Zuckers.
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