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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Siebzehnter Abschnitt.

erkannt, als, — ein Jahrhundert vor Baco von Verulam*) —,den Salz ausgesprochen zu haben: „Die Erfahrung allein ist es,die niemals täuscht, wohl aber geht unser Urteil manchmalirre, indem es derselben etwas entnimmt, was nicht in ihr liegt.Mit der Erfahrung müssen wir anfangen, und durch sie die Schlüssedes Verstandes korrigieren." Lionardo da Vinci nun, betrachtetdie Blätter geradezu als Ernährungsorgane der Pflanze, welchedurch sie Stoffe aus der Luft aufnimmt, und aus diesen, und dendurch die Wurzel zugeführten, auf geheimnisvolle Weise die zahl-reichen verschiedenen Substanzen erzeugt, die sich in ihren Säftenvorfinden; da sich die Flamme und der atmende Körper beidevon Luft nähren, und die Luft, in welcher Atmung oder Ver-brennung stattgefunden haben, zu weiterem Atmen nicht mehrtauglich ist, so vermutet er, auf Grund der in der ganzen Naturherrschenden Ökonomie, dass diese Luft noch den Pflanzen alsNahrung dienen könne, da es doch bekannt sei, dass schlechte undverdorbene Luft durch Pflanzen wieder gereinigt und atembar ge-macht werde, — eine in der That staunenswerte Vorausahnungder wahren Verhältnisse.**)

Paracelsus (1493—1541) wandte seine Theorie, dass allesKörperliche aus Schwefel, Salz und Quecksilber bestehe, auch aufdie Pflanzenwelt an, und erklärte die Verschiedenheit der Pflanzen-stoffe, ihres Geschmackes und Geruches, durch die Verschiedenheitder Mischungen jener Grundstoffe;, jedoch soll dieselbe auch vonder Natur der Gestirne abhängen, da jede Pflanze als ein irdischerStern, und als abhängig von einem bestimmten himmlischen zubetrachten sei (Meyer, „Bot." IV, 429); mit besonderem Eiferverfolgte Paracelsus die Aufgabe, die charakteristischen Bestand-teile der Pflanzen, die er deren Quintessenz nannte, aus ihnen aus-

*) Betreff der Überschätzung des von Baco auf die Naturwissenschaftenausgeübten Einflusses, s. Liebig, „Reden und Abhandlungen", Lpzg. 1874,220 ff.

**) Lionardo da Vinci ist der Erfinder des Hygrometers, des Schiffs-logs, des Fallschirmes, und des Lampencylinders, sowie der Camera obscuraund des Naturselbstdruckes; er erklärte in richtiger Woiso Entstehung undWesen der Versteinerungen, die Natur der Wellenbewegung, die Grund-prinzipion der Mechanik, und die Mechanik dos Weltalls, als dessen Mittel-punkt er dio Erde verwarf; er war der grösste Anatom seiner Zeit, triebzuerst vergleichende Anatomie, entwarf dio ersten, wirklich richtigen undlehrreichen anatomischen Zeichnungen, und schuf dio Wissenschaft von derStatik und Mechanik des menschlichen Körpers (Raab, „Lionardo da Vincials Naturforscher", Berl. 1880; Haeserll, 28; Humboldt, „Kosmos" 11,324und 484).