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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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Ansichten über Entstehung und Wesen des Zuckers.

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4): „So viele Geschmäcke in den Fruchthüllen, ehen so viele müssenoffenbar auch in der Erde walten", er nimmt also an, dass alle inden Pflanzen enthaltenen Stoffe fertig gebildet im Erdboden vor-handen sind, und aus diesem durch die Wurzeln in die Pflanzegelangen, welche sich hierbei ganz passiv verhält, und nur dasDargebotene aufnimmt (Sachs 501; Meyer, „Bot." I, 125 und176; Sprengel I, 312).

Praxagoras von Kos (um 350 v. Chr.) behauptet, dass einPflanzenstoff dann süss schmecke, wenn er dem „süssen Safte" desmenschlichen Körpers, einem der zehn Hauptsäfte, von welchenman diesen erfüllt dachte, analog sei; auch Plato vertritt im„Timäus" eine ähnliche Auffassung: „Die Annehmlichkeit des Ge-schmackes wird bedingt durch die Übereinstimmung der Säfte desNahrungsmittels mit den verwandten Säften der Zungenadern; vonder Zunge führen nämlich kleine Adern zum Herzen, als zumSitze des Begehrungsvermögens, und diese nehmen die Geschmacks-teilchen auf, lösen sie in ihren Säften, und führen sie so der Seele.zu" (Sprengel I, 437; Phillippe 356). Diese Anschauung hatinsofern mit der, Plato im übrigen völlig fernliegenden des De-mokritos, einen Berührungspunkt, als auch letzterer eine Ein-wirkung der „Geschmacksteilchen" auf die Seele annimmt, welche-er indes für verschieden von dem subjektiven Geschmacksgefühleerklärt: „Das Süsse und das Bittere, besteht ebenso wie die Farbe,wie Wärme und Kälte, ausschliesslich in unserer Meinung, dennan und für sich giebt es nichts als den leeren Raum und die Atome.Je nachdem diese gestaltet und in den Körpern geordnet sind, istauch ihre Wirkung verschieden; durch runde, gleich grosse, sym-metrisch angeordnete Atome wird das Gefühl des Süssen, durcheckige oder spitzige, ungleich grosse und unregelmässig angeordnete,das des Sauren erregt werden* (Sprengel I, 329; Lange, „Ge-schichte des Materialismus"; Lpz. 1887, 16). Auch Theophrastsagt („De causis plantarum" VI, 1), dass runde Atome den süssen,eckige den bitteren und salzigen Geschmack verursachen, und dergrosse Verfechter der mechanistischen Weltanschauung, Lucretius(98—55 v. Chr.) spricht in seinem Lehrgedichte „Über die Natur•der Dinge* (deutsch von Seydel, München 1881) dieselbe Meinungin folgenden Versen aus (II, 351):

„Honig und Milch löst süss sich im Mund, indessen des Wermuts„Herber Geschmack, und Centauriumsaft, verziehen das Antlitz:„Leicht entnimmst du hieraus, dass aus glatten und rundlichen Teilchen„Alles besteht, wovon uns der sinnliche Eindruck wohlthut,„Während das Rauhe und Bittere fest in einander gefügt ist,Dass es die Sinne uns schmerzlich erregt, und dem Körper Gewalt thut."