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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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SIEBZEHNTER ABSCHNITT.

Ansichten über Entstellung und Wesendes Zuckers.

Die Eigenschaften der durch charakteristischen Geruch oderGeschmack ausgezeichneten Pflanzenstoffe, und die Bildung der-selben in den lebenden Gewächsen, haben bereits in den ältestenZeiten die Aufmerksamkeit besonnener Beobachter erregt, und sieveranlasst diesen Erscheinungen nachzuforschen, und die sie be-dingenden inneren Vorgänge zu erklären.

Schon Demokritos (geb. um 460 v. Chr.) versuchte es, undzwar vermutlich auf Grund noch älterer Lehren, die Mannigfaltig-keit der Gerüche und Geschmäcke, auf eine Verschiedenheit derletzten Bestandteile der Körper zurückzuführen: „alle Eigenschaftender Dinge", sagt er („Fragm. phil.", ed. Mullach 1843), „beruhennur auf der Gestalt, Grösse, Lage und Ordnung ihrer Atome,während die sinnlichen Qualitäten, die wir ihnen beilegen, in Wahr-heit nur die Art ausdrücken, wie sie auf unsere Sinne wirken,z. B. süss, bitter, warm, kalt, u. dergl." Dieser mechanistischen Auf-fassung gegenüber blieb indes die Empedokleisch-Aristotelische Lehrevon den vier Qualitäten, auf deren Grundlage schon weiter obendes näheren hingewiesen wurde, fast allgemein anerkannt, undgestützt auf die Autorität des Aristoteles und seiner arabischenKommentatoren, galt sie, trotz ihrer Schwierigkeit und Dunkelheit,während eines Zeitraumes von fast zwei Jahrtausenden, als unan-greifbar und in jeder Hinsicht völlig ausreichend.

Nach Empedokles wird die Verschiedenheit des Geschmackesder Pflanzensäfte durch die Verschiedenheit der im Erdboden vor-handenen Safte, und diese durch die Unterschiede der „ Kochungen *bedingt, welche selbst wieder von der Art und dem Grade derDurchdringung der vier Qualitäten (warm, kalt, trocken, feucht)abhängen; Aristoteles und Theophrast schliessen sich unterVerwerfung der von Demokritos vertretenen Ansicht, dieser Lehrean, und der erstere sagt ausdrücklich („De sensu et sensib." cap.