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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Sechzehnter Abschnitt.

setzeskraft*), und von 1791 bis zum Erlass der Kontinentalsperrewurden die Zölle für 100 Kilogramm Zucker von 30 bis auf 400Francs erhöht (Beer IV, 15, 18, 70), so dass es schliesslichlohnte, Zucker von England nach Salonichi zu verschiffen, ihn aufTragtieren durch die Türkei, Serbien und Ungarn nach Wien zuschaffen, und von da aus durch Süd- oder Mittel-Deutschland nachFrankreich einzuschwärzen, wo das Pfund gerne mit 5—6 Francsund darüber bezahlt wurde (Tooke und Newmarch I, 143); 1816setzte man den Zoll für je 1 Meterzentner französischen Rohzuckerund gedeckten Zucker auf 49.5 und 70 Francs, den für fremdenZucker auf 90 Francs fest, 1819 wurde letzterer auf 125 Francserhöht, und der auf fremden Schiffen zugeführte Zucker noch miteinem Zuschlage von 10 Francs belegt, und einige Jahre späterbedachte man den fremden Zucker mit einer neuen „Surtaxe 1 ' von50 Francs. Da trotzdem die Klagen der Kolonieen fortdauerten,so wurde auch die Raffination solches fremden Zuckers zwecksWiederausfuhr, unmöglich gemacht, indem für alle raffiniertenZucker der nämliche einheitliche Rückvergütungssatz in Wirksam-keit trat; die Folge dieser Massregeln war jedoch ein rasches Auf-blühen der Rübenzuckerindustrie, da man auch für 100 KilogrammRaffinade aus dem, damals noch steuerfreien Rübenzucker, 120 Francsrückvergütet bekam. Der Antrag der Regierung, sämmtlich Rüben-zuckerfabriken für 40 Millionen Francs anzukaufen, und sodannauf Rübenzucker eine dem Zuckereingangszolle gleiche Prohibitiv-Steuer zu legen, wurde 1840 vom Parlamente abgelehnt, die Ein-nahmen aus den Zuckerzöllen fielen aber so rasch, dass schon1843 die Kammern, nunmehr im Gegensatze zur Regierung, dieeine allmähliche Regelung wünschte, die sofortige Gleichstellungdes Rüben- und des Rohrzuckers beschlossen.**) Man kann annehmen,dass nur die gleichzeitig erfolgte Aufhebung der Sklaverei, welcheauf die Produktion der Kolonieen lähmend wirkte, damals diefranzösische Rübenzuckerindustrie vor dem Untergange bewahrt hat(Beer IV, 7Off.). Der Konsum nahm in Frankreich nur langsamzu: 1801 betrug er 252200, 1806—1821 im Durchschnitt 384230Meterzentner, ungerechnet etwa 10000 Meterzentner Rübenzucker,der in ungefähr 200 Fabriken erzeugt wurde (Humboldt, „Cuba"II, 4Off.). Die eigenen Kolonieen, welche, infolge der Ausschliessungaller fremden Zucker durch Prohibitivzölle, den französischen Markt

*) Vor der Revolution betrug der Detail-Preis des Zuckers in Paris5—6 Francs das Pfund, also nach heutigem Geldwerte 10—12 Francs (Brillat-Savarin, 89).

**) Genauere Angaben finden sich bei v. Kaufmann, a. a. O, 118ft'.