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Geschichte der Zuckerpreise.
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westindischen Kolonieen empfanden indessen weniger diese Erleich-terung, als den Druck, welchen die Herabsetzung und schliesslicheAufhebung der Differentialzölle ausübte, besonders da dieselbe mitder Abschaffung der Sklaverei zusammenfiel, welche in den haupt-sächlich konkurrierenden spanischen Kolonieen, vor allem in Cuba,fortbestand. Obwohl die seit 1834 gegründeten Ackerbaugesell-schaften durch Verbesserungen des landwirtschaftlichen undindustriellen Betriebes,*) die Erstehungskosten des Zuckers erheb-lich herabzumindern vermochten, so wirkten doch die verändertenProduktions-Verhältnisse, und namentlich die ungenügend, nämlichohne gleichzeitige Sorge für den Aufbau einer bürgerlichen Gesell-schaft, organisierte Sklaven-Befreiung, auf lange Zeit hinaus wirk-lich schädigend (Beer III, 337—339). Während sich z. B. derGesammtexport der Antillen 1826—1836 von 2,7 auf auf 3,5 MillionenMeterzentner hob (Humboldt, „Reisen" II, 228), ging die Aus-fuhr der englischen Besitzungen von 1,7 auf 0,8 Millionen Meter-zentner herab, um erst allmählich wieder zur früheren Höhe an-zusteigen; die Produktion von Cuba und Portoriko gewanninzwischen jährlich an Bedeutung, und begann auch die VereinigtenStaaten zu versorgen, deren 33 Raffinerieen bereits 1810 % über80 000 Meterzentner Rohzucker verarbeiteten, und nur durch denhäufigen Wechsel in der Zollgesetzgebung an rascher Entfaltunggehindert wurden. Der Ausfall der westindischen Produktionmachte sich jedoch in England nicht fühlbar, da gerade von dernämlichen Zeit ab, die Erzeugnisse anderer Gegenden dessen Marktaufzusuchen, oder ihm Zucker, die aus ihren bisherigen Absatz-gebieten verdrängt wurden, zuzuführen begannen; in dieser Rich-tung ist namentlich die Produktion von Haiti, Venezuela, Trinidad,Mexiko, Brasilien, Mauritius, Ägypten, Natal, Java, und Ostindienzu nennen (Beer III, 352; V, 148, 158 ff., 170, 187, 232).
In Frankreich erlangten während der Revolution und derKaiserzeit nicht weniger als 18 Dekrete über die Zuckerzölle Ge-
Infolgo dieser Prämien konnten die englischen (und ebenso auch die hollän-dischen) Raffineure schon 1804 den Zentner Raffinade häufig um 20—21 Francsbilliger liefern als die französischen, was diesen Veranlassung zu vielfältigenKlagen gab (v. Kaufmann, a. a. O. 76).
*) Hierzu gehörte die Einführung verlässlichor Triebkraft (Wasser,Dampf), eiserner Rohrmühlen, und besserer Saftreinigung; zu dieser dienten,neben Asche und Kalk, auch Kalium- und Natriumsulfat, Salmiak, Chlor-kalium, Salpeter, Magnesia, Thonerde, schwefelsaure Thonerdo und Gerb-säure. Auch wandte man zum Klären, statt tierischen Eiweisses, die an Ei-weiss reichen Samen und Früchte von Hibiscus osculentus an (Macfadyen 113;Poppe, „Techn. Lex." V, 802).