422 Sechzehnter Abschnitt.
Napoleonischen Kontinentalsperre, ein noch tieferer Fall folgte;vorzugsweise begünstigt wurde der Letztere durch die bestehendenHandelsmonopole und Differentialzölle zu gunsten der eigenenKolonieen, infolge welcher, trotz mangelnden Absatzes, die Ein-fuhren in England fortdauerten, so dass daselbst, von 1809—1813allein an Zucker und Kaffee für mehr als 15 Millionen PfundSterling angehäuft wurde, die Preise in Papier 4—5 mal niedrigerwaren als die am Kontinente in Gold, und der Überfluss an billigemZucker die Grundbesitzer bewog, denselben zur Fütterung desMastviehes zu verwenden (ebd. I, 54, 126, 600; II, 209). In denJahren 1811 — 1812 kostete 1 Zentner Rohzucker 34, 1 ZentnerRaffinade 30 — 46 sh.; nach Aufhebung der Kontinentalsperrestiegen diese Preise plötzlich auf 97 und 110—134 sh., um schonim nächsten Jahre (1816) wieder auf den Normalstand von 45 und50—55 sh. zurückzusinken (ebd. I, 159 und 176).
Der ostindische Zucker zahlte in den Jahren 1793—1803einen Eingangszoll von 37 —38°/ 0 seines Wertes; von 1803 anwar er stets um 8—11 sh. für den Zentner höher besteuert als derwestindische;*) 1832 war noch der Zoll auf westindischen Roh-zucker 24, auf ostindischen 32, und auf fremden 63 sh., und erst1836 wurde auch der Zoll auf ostindischen Zucker auf 24 sh.herabgesetzt, und sodann 1848 der Differentialzoll auf fremdenRohzucker aufgehoben (ebd. II, 215), hauptsächlich weil die eigenenKolonieen nicht mehr im stände waren, den Bedarf der englischenRaffinerieen zu decken (Beer III, 302ff). Letztere genossen, dadie Steuer-Rückerstattung bei der Ausfuhr auf Grund der An-nahme erfolgte, dass man aus 100 Rohzucker nur 59 Raffinadeerhalte, eine so erhebliche Prämie, dass z. B. zu Jamaika der inEngland raffinierte Cubazucker billiger verkauft werden konnte,als der an Ort und Stelle erzeugte; nachdem Raffinationsversucheunter Leitung Ure's diesen Missstand aufgedeckt hatten, wurde er1834 beseitigt (Mac-Culloch III, 1472; Stölzel a. a. O.).**) Die
*) Noch 1810—1822 betrug der ganze Import aus Ostindion nur 67 500Meterzentner (Humboldt, „Cuba" II, 40ff.)**) Nach Ure ergaben:
Kafflnaclc Bastoni Syrup Verlust
100 Jamaikazucker..... 56.61 19.10 20.56 3.73
100 gedeckter Brasilzucker , . 72.68 9.74 13.91 3.67100 Rohzucker auf offenem Feuer
gekocht......... 62.50 19.80 13.70 4.00
100 Rohzucker im Vacuum ver-
k0C ht .......... 70.53 15.04 10.68 3.75
(s. Schubarth, „Handbuch der technischen Chemie", Berl. 1851; III, 164),