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Fünfzehnter Abschnitt.
sehr leicht raffinierbaren Rohzucker erhielt (ebd. 94), und Lam-padius, der 1799 die nach dreiwöchentlicher Arbeit aus 100 PfundRüben dargestellten 4 Pfund weissen Melis, in Form von 8 Zollhohen Miniaturhütchen dem Kurfürsten von Sachsen überreichte,und bei einem zweiten grösseren Versuche, aus 100 Zentner Rüben2 Zentner Rohzucker, und aus diesen 180 Pfund Melis gewann(ebd. 88). Die erste wirkliche Rübenzuckerfabrik, Cunern inSchlesien, erbaute Achard mit königlicher Unterstützung, undsetzte sie im März 1802 in Betrieb (Scheibler 16); auch dieFabrikanlagen von Hermbstädt und Freyer (1802), v. Borg-stede (1802), v. Grothe (1802), v. Carmer (1804) und v. Koppy(1805) erfreuten sich in jeder Weise der Förderung seitens desKönigs, sowie seines grössten Interesses (Stadelmann 272, 273,275, 306, 318), kamen jedoch schliesslich zumeist nicht zur Aus-führung, oder arbeiteten ohne genügenden Erfolg. Im allgemeinenversprach man sich von dem neuen Gewerbszweige nicht viel:Krümitz sagt in seiner „Encyklopädie" (Berl. 1801): „Das Resul-tat wird wohl ein ganz guter und wohlfeiler Syrup sein", ähnlichäussert sich auch Riem, und noch 1811 heisst es bei Poppe(„Gesch. d. Techn." IV, 148ff.): „. . . . man hat vom Rübenzuckerviel mehr erwartet, als sich eigentlich von ihm erwarten liess,doch kann man in unseren Tagen, wo beinahe kein Rohrzuckermehr für Geld zu haben ist, recht sehr bedauern, dass die Rüben-zuckerfabrikation nicht besser in Gang kömmt, weil sie doch immer-hin wenigstens eine brauchbare Waare liefert."
In Frankreich wurden, nachdem eine Kommission der hervor-ragendsten Chemiker Achard's Angaben geprüft, und seine Ver-suche wiederholt hatte, zwei Fabriken in St. Ouen und Chelleserrichtet, welche aber, jedenfalls weil es an der nötigen Sachkennt-nis fehlte, den gehegten Erwartungen in keiner Weise zu ent-sprechen vermochten (Scbeibler 17). Erst 1808 nahm Delessertin seiner 1801 gegründeten grossen Raffinerie zu Passy bei Paris,die Rübenverarbeitung wieder auf, und erreichte, nach vielen ver-geblichen Bemühungen, endlich, durch Anwendung der Methodevon Bonmatin*) (der für dieselbe einen Staatspreis erhielt), sowiedurch ausgiebige Benutzung der Holzkohle, einen vollständigenErfolg; auf Chaptal's Bericht hin, stattete Napoleon 1812 derFabrik zu Passy jenen denkwürdigen Besuch ab, welcher für die
*) Dieselbe bestand darin, den Saft erst mit Kalk zu klären und nurdessen Übersehuss mit Schwefelsäure zu neutralisieren; Achard verfuhr um-gekehrt.
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