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Fünfzehnter Abschnitt.
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und prächtig rot anzuschauen ist. 0 *) Offenbar bezieht sich dieNachricht de Serre's nur auf die rote Rübe, vielleicht sogar nurauf eine besondere Varietät derselben, da Rüben anderer Art schonvorher in Frankreich und den Niederlanden verbreitet waren; inEngland dagegen kannte man, nach Rogers (IV, 653), im 15.und 16. Jahrhundert die Rüben nicht, sondern bezog sie, wie fastalles Gemüse, aus Flandern, und erst frühestens gegen Ende derRegierungszeit Heinrich VIII. (1509—1547) kamen auch in Eng-land vereinzelte Anpflanzungen vor (Volz 477).
Die, gegenwärtig vorzugsweise als „Zuckerrübe" bezeichneteRüben-Gattung, gelangte nach Rössig („Versuch einer botanischenBestimmung der Runkel- oder Zuckerrübe", Lpzg. 1800) ursprünglichunter dem Namen „Burgunderrübe" aus den burgundischen Nieder-landen durch mennonitische Auswanderer in die Pfalz, und ver-breitete sich von dieser aus allmählich nach Schwaben, Franken,Sachsen, Schlesien, und dem übrigen Deutschland; in Sachsen, be-sonders im Magdeburg'schen und Halberstädt'schen, wurde sie alsViehfutter benutzt, und war zu diesem Zwecke um die Mitte des18. Jahrhundertes schon ganz allgemein gebräuchlich. Die Süssig-keit des Rübensaftes veranlasste Marggraf (1709—1782) dieseneiner Untersuchung zu unterwerfen, wobei er sowohl im „weissenMangold" als auch im „Rübenmangold" (Runkelrübe, roter Mangold)Zucker auffand und ihn in Substanz darstellte („Berichte derBerliner Akademie" 1747; „Chemische Schriften" 1768, II, 70;Scheibler, „Aktenstücke zur Geschichte der Rübenzuckerfabrika-tion ir Deutschland während ihrer ersten Entwicklung", Berl. 1875).Obwohl um diese Zeit „weisser Mangold sowohl, als auch Runkel-rüben, in Thüringen und in der Mark sehr gemein, und schon seitlanger Zeit als Futter angebaut waren" (Hermbstädt, a. a. O.),so fanden doch Marggrafs Ergebnisse zunächst keine Verwer-tung, wenn man nicht dahin rechnen will, dass Riem in Dresden(„Bienenpflege" 1775) Rübensyrup bereitete, um ihn als Nahrungfür seine Bienen zu verwenden; es lag dies hauptsächlich daran,dass zunächst noch die Bedingungen für die Entstehung und dieZucht zuckerreicher Rüben unbekannt waren, und erst der Er-mittlung bedurften, — eine Aufgabe, welche Achard (1753—1821)
*) Diese Worte bieten offenbar keine genügende Unterlage, um, wiedies neuerdings in Frankreich üblich geworden ist, die Entdeckung desZuckers in der Rübe, statt Marggraf, Olivier de Sorres zuzuschreiben.Ein unparteiischer französischer Forscher wie Hoofer, sagt auch geradezu(II, 407): „Die Entdeckung dos einheimischen Zuckers verdankt man Marg-graf."
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