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Fünfzehnter Abschnitt.
die weisswurzelige Spielart der Rübe (Low 425); diese ist ver-mutlich die Stammform sowohl der weissen als der roten Varietät,die noch jetzt durch vielerlei Übergänge zusammenhängen, undals deren Bindeglied man vielleicht die sogenannte Dickrübe an-sehen könnte, deren weiss bis gelb gefärbte Abarten häufig vonmehr oder weniger zahlreichen roten Ringen durchzogen sind(Wittstein 703).
In den „Kapitularien" Karl des Grossen wird die Rübe unterden Pflanzen genannt, deren Anbau auf den kaiserlichen Domänenanbefohlen war, und das „Breviarium rerum fiscalium". eine ArtInventurbuch der Güterverwaltung, zeigt, dass diese Anordnungauch allenthalben befolgt wurde (Meyer, „Bot." III, 401 und 411);im Klostergarten zu St. Gallen waren 820 ebenfalls Rüben an-gepflanzt (Phillippe 1040), und zur Zeit der Hohenstaufen, so-wie im „Augsburger Statut" von 1276 findet man dieselben nochals Gartenpflanzen angeführt (Raumer V, 324; Volz 201). Viel-leicht waren dies indes bessere Sorten, denn im 12. und 13. Jahr-hunderte werden Rüben auch als allgemein gebräuchliche Bauern-speise erwähnt (Schultz I, 283). Rübengraben gilt in der Er-zählung „Meier Helmbrecht" desWernher von Tegernsee(v. 1361;ed. Fulda, Halle 1888, 68) als grobe Bauernarbeit, und Rübenmit Speck bilden z. B. die zweite Hauptspeise bei der Bauernhoch-zeit im Liede „von Metzis Hochzeit" (Lassberg, „Liedersaal" III,399); aber auch im „Buch von guter Speise" kommt als No. 48„ein Condiment aus Rüben, mit Kümmel, Anis, Pfeffer, Petersilie,Essig, Honig, Safran, Senf und Birnen" vor, und ein „Rüben-kuchen" wird 1333 in den Rechnungen des Dauphin Humbertaufgeführt (Le Grand dAussy II, 277), während wieder Bar-tholomäus Anglicus (lib. 17 cap. 22) sagt: „Die Rübe ist einegemeine und überall bekannte Pflanze." Dass auch der süsse Ge-schmack derselben nicht in Vergessenheit geriet, zeigt eine Stelleim Lustspiele „Wer hat Kleie?" des portugiesischen Dichters Gil-Vincente (um 1500, s. Rapp, „Spanisches Theater", Hildb. 1868;I, 91), wo es von Aires heisst:
„O hätt' er doch in seinem Kopf nur Grütze„Soviel, als Zucker führt ein Rübenkopf!"
In einem deutschen Weihnachtsspiele aus dem Anfange des 15. Jahr-hundertes bitten die Hirten das Christkind, es möge Grütze, Pflaumenund Rüben geraten lassen (Scherer, „Litg." 248); Fischart pro-phezeit in „Aller Praktik Grossmutter" (ed. Scheible I, 649):„In Frankreich werden vollauf Rüben sein", Murner sagt im
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