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Fünfzehnter Abschnitt.
Plautus nennt sie eine allgemein gebräuchliche Speise der kleinenLeute („Pseudolus" III, 2), und Cornelius Celsus (um 30 n. Chr.)und Columella (60 n. Chr.) empfehlen ihren Anbau (Meyer,„Bot" II, 17 und 69). Wie verbreitet derselbe zur Kaiserzeitbereits war, geht am besten aus den ausführlichen Angaben desPlinius hervor: „Nächst Getreide und Bohnen," sagt er „ist keinGewächs nützlicher als die weisse Rübe, deren Wurzel als Speiseund als Viehfutter, deren junge Sprossen als Gemüse, und derenBlätter als Beifutter dienen; auch halten sich die Rüben, wennman sie in der Erde aufbewahrt, und dann zum Trocknen hinlegt,so lange bis wieder neue da sind. Weisse Rüben säe man nur ingut gedüngten Boden, und wer im Frühjahre säen will, ■ verteileden Mist schon im Winter; zum Düngen für Rüben ist Holzaschesehr geeignet, doch ist es besser, öfter zu düngen, als viel aufeinmal, denn ein zu stark gedüngter Acker verbrennt die Pflanzen.Auch baut man nicht stets Rüben auf dem nämlichen Boden, son-dern hält einen Fruchtwechsel ein, am besten Wiese, Rüben undGetreide. Die jungen Rüben muss man durch fleissiges Behackenvon Unkraut frei halten; durch Versetzen werden sie besser undgrösser, doch müssen sie stets ganz von der Erde bedeckt sein(d. i. die Köpfe dürfen nicht aus dieser hervorsehen). Durch zugrosse Hitze schiessen sie in die Blätter, während sie bei geringererWärme süsser und grösser werden; je zartere Blätter sie haben,desto süsser sind sie, besonders ist aber die weisse böotische Rübedurch Kürze, Rundung und Süssigkeit ausgezeichnet. Der Samengeht im ersten Jahre oft nur teilweise auf, und ist dauerhaft; imvierten Jahre jedoch taugt er nicht mehr zur Aussaat. Um ihnbeim Säen gegen Ungeziefer zu schützen, kann man ihn in ein Ge-misch von Öl und Soda einquellen" („Hist. Nat." XVII, 34, 45,53, 67; XIX, 25, 35, 58, 60).
Die Römer assen Rüben gekocht, eingemacht, und geröstet,und zwar waren namentlich die Sorten von Aquila, Verona undNorikum beliebt (Volz 110); nach Hehn (S. 496) galt die Rübeals „transpadanus fructus", doch beweist dies nicht unbedingt,dass sie aus dem gallischen Oberitalien eingewandert sei, denn eswird andrerseits auch wieder gemeldet, erst die Römer hätten dieRübe nach Gallien gebracht (Volz 126). Die „Rüben", die Tiberiusvon rheinischen deutschen Stämmen als Tribut einfordern Hess,waren wohl nicht, wie einige Autoren (z. B. Beer I, 226) an-nahmen, süsse weisse Rüben, sondern vermutlich Zuckerwurzeln(Volz 140).
Dioskorides erklärt die weisse Rübe als sehr gesund für den