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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Ersatzmittel des Rohrzuckers.

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mit Abbildung), und auch sonst wird die Rübe als eine in Alt-ägypten wohlbekannte Pflanze häufig erwähnt; doch will hierausWoenig nicht folgern, dass sie in Ägypten, oder überhaupt amMittelmeer heimisch wäre, er glaubt vielmehr, ihr Indigenat sei, infolgeder durch lange Perioden fortgesetzten Kultur, völlig verwischt(S. 217). Herodot nennt die Rübe unter den Pflanzen, welcheden Arbeitern beim Pyramidenbau zur Nahrung dienten (II, 125),und noch zur römischen Kaiserzeit bauten die Ägypter lieberRüben als Getreide an(Mommsen V, 574); auch Nassiri Chosrau(um 1040) erwähnt die Menge der Rüben in Ägypten („SeferNameh" 150), und Bellonius sagt, weisse Rüben seien dort diegewöhnlichste Speise (Clusius 186).

Dem primitiven Ackerbaue der Indogermanen waren, nachSchrader, Rübe, Linse und Hanf nicht bekannt (Ranke, »DerMensch", Lpzg. 1887; II, 538), hingegen besassen die Gräko-Italerschon vor ihrer Trennung Hirse, Bobnen, und Rüben, deren An-pflanzung vielleicht dem Ackerbaue vorausging (Hehn 59); Pytheasvon Massilia fand diese drei Pflanzen auch im Besitze der kelti-schen Völkerschaften an den nordeuropäischen Küsten*), die er imvierten vorchristlichen Jahrhundert befuhr (Strabo IV, 5, 5;Hehn 495), und der Name Beta soll sogar dem keltischen bett(= rot, in Bezug auf die Art mit roter Wurzel) entlehnt sein(Wittstein 704). Sicher ist, dass Theophrast, Plinius, Go-lumella und Dioskorides, neben der wilden Rübe (ttmlovtiyQiov, beta silvestris), auch die rote (rtvrlov /.lelav, betae genusnigrum) und weisse (ttiirlov ktvxbv, betae genus candidius) kannten.Hippokrates gebraucht bereits den Rübensaft als Heilmittel, undwendet ihn vielfach statt Honig an (Haeser I, 165), ebenso Di-phylos von Siphnos, ein Arzt des 4. vorchristlichen Jahrhundertes(Sprengel, „Bot." I, 102); zu Athen galten Rüben als einer dergewöhnlichsten Marktartikel, und es wurden nicht nur die Wurzeln,sondern auch die Blätter verspeist, wie denn z. B. Aristophanes„Aal in Mangoldblättern gekocht" erwähnt („Die Acharner" v.880; „Der Friede" v. 1000). In Italien waren die Rüben ebenfallswohlbekannt; Kannibal zog von Casilinum ab, weil die Einwohnerlistigerweise an der Stadtmauer Rüben bauten, und er sie sehrgut verproviantiert glaubte, wenn sie deren Reife abwarten könnten(Strabo V,.14, 10); Cato (234—149 v. Chr.) bespricht die Rübenin seinem Werke über den Landbau (Meyer, „Bot." I, 342),

*) Nach Grisebaeh (I, 118) kommt die Rübe selbst in Lapplandnoch fort.