Die Ersatzmittel des Rohrzuckers.
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schiedenheit dieser Zucker voneinander und vom Rohrzucker.Kirchhoff wies auch nach, dass sein Stärkezuckersyrup (Siropimponderable, Capillairsyrup) keinen Schleimzucker enthalte; „Siropimponderable" wurde derselbe geheissen, weil er so dickflüssig ist,dass die Beaume'sche Spindel nicht in ihm einsinkt; Capillair-syrup aber war ursprünglich der Name eines sehr zähen Syrupsaus dem kanadischen Venushaar (Adiantum capillus Veneris), einerPflanze, der man in früherer Zeit grosse medizinische Wirkungenzuschrieb (Pometius 1, 167).
Neben dem Traubenzucker wurde auch der Milchzucker währendder Kontinentalsperre als Ersatz für Rohrzucker empfohlen, —jedenfalls von Personen, die seine so geringe Süssigkeit gar nichtkannten, sondern sich durch das Wort „Zucker" täuschen Hessen.Nach Hall er sollen schon die indischen Brahmanen um die Exi-stenz des Milchzuckers gewusst haben; da die Behandlung derMilch zu den Kulthandlungen derselben gehörte, so ist diese An-gabe an sich nicht geradezu unmöglich, wohl aber sind die nötigenBeweise bisher nicht erbracht worden, und auch Haller selbst hatkeine Belegstellen angegeben. Entdeckt wurde der Milchzuckerdurch Bartoletti (1581—1630) in Bologna, der ihn durch Ein-dampfen von Molken gewann; Testi in Reggio stellte ihn 1701aufs neue dar, und erklärt ihn für ein hervorragendes Arzneimittel;Lichtenstein (1772), Rouelle (1773), und Hermbstädt (1782)untersuchten ihn näher, waren aber nicht im stände, über seineNatur ins Klare zu kommen (Wiegleb 11, 121 und 137).
Dass die alten Mexikaner und Peruaner aus dem Safte derAgave Syrup und Zucker gewannen, ist schon oben erwähnt wor-den; schneidet man den Mitteltrieb dieser Pflanze vor Bildung desBlütenschaftes aus, so findet man ihn sehr süss und wie mitZuckersyrup durchtränkt, und in der entstandenen Vertiefungsammelt sich der Saft, der zur Bildung des Schaftes und seinerTeile bestimmt war, in solcher Menge an, dass man 4—5 Monatelang täglich 3—4 Liter desselben gewinnen kann (Wittstein 5);in frischem Zustande schmeckt derselbe rein süss, und giebt beimEindicken krystallisierte Füllmasse, an der Luft stehend, geht eraber sogleich in Gährung über, und liefert das, unter dem NamenPulque, in Mexiko auch als Maguey bekannte, allbeliebte Getränk(Humboldt, „Nouv. Esp." 111, 63). Auch der Saft der in Ost-indien heimischen Banane (Musa paradisiaca), von der arabischeForscher die sonderbare Ansicht hegten, sie sei ein Bastard ausPalmen und Zuckerrohr (Low 336), liefert einen sehr süssen, jedochunkrystallisierbaren Syrup; der Mehlzucker, der an den getrock-