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Fünfzehnter Abschnitt.
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neten Bananen effloresziert, wird von manchen Völkern gesammelt,und als wirksames Mittel bei Vergiftungen angewandt (Humboldt,„Reisen" IV, 91).
Der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) war schon Theo-phrast, Dioskorides und Plinius bekannt, und ist nach Strabo(XVII, 2, 2) in Äthiopien heimisch; die Araber nannten ihn Karob,und benutzten seine Samen als Gewichte*), woher der Name Karatrühren soll (Wittstein 349). Die sehr süssen und saftreichenFrüchte liefern ausgepresst einen höchst wohlschmeckenden Honig-saf't, der entweder zum Einmachen von Obst dient (Low 177;Hehn 398), oder eingedickt, und in Form von Syrup oder Pasteverkauft wird, wie dies bereits Ibn-Batuta beschreibt (I,. 128);noch jetzt ist die Anwendung dieses Syrups, welcher „Ikratameli"oder „Keratameli" heisst, im ganzen Oriente üblich. Der NameJohannisbrot ist auf die Mythe zurückzuführen, dass der Saft dieserPflanze der „heilige Honig" gewesen sei, der Johannes dem Täuferin der Wüste als Speise diente.
Von anderen Pflanzen, welche Zuckersurrogate von minderer,oder nur vorübergehender Wichtigkeit lieferten, sind noch folgendezu erwähnen:
Die Birke (Betula alba, vom keltischen Betu) ergiebt, wennsie im Frühjahre, vor Entwicklung der Blätter angebohrt wird,einen süssen wohlschmeckenden Saft, aus dem in Schottland undIrland Syrup und ein Wein, in Nordamerika, nach Kalm undStählhammer auch viel Zucker bereitet wurde, welcher demAhornzucker sehr ähnlich war (Böhmer I, 423 und 759). Hermb-städt (a. a. 0.) erhielt krystallisierten Zucker bloss aus dem Safteder sog. Schwarzbirke, während der der Weissbirke nur Syrup lieferte.
Aus Bärenklau (Heracleum sphondylium oder sibiricum) wurdein Nordasien nach Strahlenberg's, Steller's, und Gmelin's Be-schreibung, durch Trocknen der im Juni geernteten, von der Aussen-rinde befreiten, zu Büscheln zusammengebundenen Stengeln und Blatt-stiele, ein Zucker gewonnen, der in so grosser Menge effloreszierte,dass man, beim Schütteln der getrockneten Pflanzen in Säcken, 1 Pfunddavon aus 40 Pfund Trockengut erhielt; in Litauen, Polen undSchlesien sog man auch die rohen Stengel aus, und es wurde ausdem Safte Alkohol gewonnen (Böhmer 1, 477; Rössig 47; Beck-mann, „Phys.-Ökon. Bibl." XX, 25; Hermbstädt, a. a. 0.).
Vom syrischen Hundskohl (Asclepias gigantea) berichtetBöhmer (I, 760): „Man pflückt des Morgens die mit Tau be-
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*) Nach Nachtigal ist dies in Fez noch jetzt gebräuchlich.