Die Ersatzmittel dos Rohrzuckers.
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weil das unschöne und wenig wohlschmeckende Korn keine Ab-nehmer fand (Hehn 444). Ob die Sorghumart, welche die Arabernennen (z. B. Ibn-al-Awäm II, 77) und vielfach verbreiteten,Zuckerhirse war, erscheint zweifelhaft; was Petrus de Crescen-tiis (um 1300) als „milica" beschreibt, ist jedenfalls Durrah, underst Taberniimontanus spricht deutlich von Sorghum sacchara-tum, wo er sagt (11, 662): „dieses Rohr hat einen süssen Geschmack,fast ebenso wie Zuckerrohr." In Europa hat der Anbau derZuckerhirse, obwohl Pater Arduino aus derselben Syrup undZucker gewann (Rössig 51), niemals Boden gefasst; von grössterWichtigkeit und Ausdehnung ist er aber schon seit sehr alterZeit in China, woselbst jedoch der Saft nur zum unmittelbarenGenüsse und zur Darstellung berauschender Getränke, und niemalszur Zuckererzeugung dient (Bretschneider 46ff.; Decandolle307). Die letztere ist in Nordamerika seit fast dreissig Jahren derGegenstand unausgesetzter und sehr eifriger Bemühungen geblieben,die indes, trotz reichlicher Unterstützungen seitens des Staates, keinbrauchbares Resultat ergaben; 1885 war die Gesammtmenge desaus Sorghum dargestellten, grösstenteils sehr unreinen Zuckers,3000 Meterzentner („Ena Brit." XXII, 628), doch wurde ausser-dem noch sehr viel Syrup gewonnen.
Die Zuckerwurzel (Sium Sisarum) wächst in Süd- und Mittel-asien wild, wurde aber in Südeuropa und Nordafrika möglicher-weise schon seit Alters her kultiviert, da bereits die Ägypter ihrBier mit Zuckerwurzeln und Lupinen gewürzt haben sollen(Sprengel I, 75; Lippert I, 629; Herodot II, 77); Theophrastführt sie jedoch nicht an, und die Stellen bei Plinius, Dios-korides und Columella sind nicht über jeden Zweifel erhaben(Decandolle 31). Im 12. Jahrhundert erwähnt sie ein Verzeich-nis der Äbtissin Hildegard unter dem Namen „Gerla" (Witt-stein 948), und in späterer Zeit beschreiben sie Olivier deSerres (II, 471), Clusius, und Tabernämontanus (II, 868),welcher Letztere sagt, „die beste Sorte komme jetzt aus Westindien,sei süss wie Zucker, und gelte als ein Schleck." Dass diese Süssig-keit auf einen Gehalt an Rohrzucker zurückzuführen sei, zeigtezuerst 1747 Marggraf („Berichte der Berliner Akademie" 1747;„Chemische Schriften" 1768, II, 70).
Das Süssholz (Radix liquiritiae) war bereits Theophrastbekannt („Hist. plant." IX, 13), und auch Dioskorides, Galenus,Oribasius, Marcellus Empiricus (um 408, s. Haeser I, 625),und Paulus Aegineta beschreiben die Wurzel, den eingedicktenSaft derselben, und die aus ihm bereiteten Arzneien, Pastillen und