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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Fünfzehnter Abschnitt.

Marktverkehr*) sagt: man verkaufe dort Bienenhonig, Wachs, Syrupvon den Maisstengeln, welche so süss seien wie Zuckerrohr, undMaguey-Syrup, ferner auch den Zucker, welchen die Eingebornenaus diesen Pflanzen machten, und dahin brächten. Wirklich ent-hält auch der Mais gewisser tropischer Gegenden so .vielen undso süssen Saft, dass ich oft die Indianer ibn wie aus Zuckerrohraussaugen sah. In Toluca wird sogar der Mais durch Mühlenausgequetscht, und der Saft zu „Pulque de mahis" vergohren; inMexiko war dieses Getränk, sowie manches ähnliche, seit jeher ge-mein, in Peru aber zur Inkazeit verboten" (s. Acosta, „Historianatural y moral des las Indias", Barcelona 1591, üb. 4, cap. 16).Die von Humboldt erwähnte Varietät des Maises ist der sog.Süssmais, dessen frisch eingedickter Saft 15 —16°/ 0 schön krystalli-sierte Zuckermasse ergeben kann (»Das Ausland" 1842, 976;Volz 317), während die gewöhnlichen Maisarten viel ärmeren undunreineren Saft führen. In Europa erhielt Justi „aus entsprechendgezüchtetem Mais guten Zucker" („Ökonomische Schriften" 1766;I, 414; II, 191), Jacquin (1784) und Marabelli gewannen Zuckerdurch Auspressen der im Safte stehenden Stengel („De Zea Mais",Pavia 1793), und auch Meidinger in Wien hoffte auf diese Weisegrosse Erfolge zu erzielen (1799), die sich indessen, entsprechendden Versuchen Hermbstädt's (a. a. 0.), nicht einstellten, obgleicher sogar eigens zu diesem Zwecke eine besondere Siedepfanne er-fand (Poppe, „Gesch. d. Techn." IV, 148ff.).

Die Zuckerhirse (Sorghum saccharatum) ist nach Decandolle(S. 307) in Innerafrika heimisch, jedoch in wildem Zustande un-bekannt; infolge der häufigen Verwechslungen dieser Gattung mitden zahlreichen übrigen Sorghum-Arten, die gleichfalls sämmtlichafrikanischen Ursprungs zu sein scheinen, ist ihre Geschichte nochwenig aufgeklärt. Nach Sprengel („Bot." I, 10) wird sie schonbei Hesekiel genannt; auch könnte sich vielleicht der BerichtHerodot's (IV, 194): „Bei den Gyzanten (südlich von Karthago)schaffen die Bienen viel Honig, noch viel mehr aber bereiten, wiebehauptet wird, menschliche Arbeiter", auf Zuckerhirse beziehen.Nach Italien gelangte Sorghum erst zu Anfang der römischenKaiserzeit (Plinius XVIII, 55), doch scheint es sich hierbei, entgegenDecandolle's Ansicht, um Sorghum vulgare (Mohrenhirse, Durrah),gehandelt zu haben, da angegeben wird, der Anbau dieser Pflanzesei trotz ihrer grossen Fruchtbarkeit nicht beibehalten worden,

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*) „Drei Berichte des Don Fernando Cortez an Karl V.", deutsehvon Koppe, Berl. 1834; Androe, „Geogr. d. Welth.«, Sttgt. 1877; I, 75.