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Fünfzehnter Abschnitt.
753 ff.). In der Regel erhält man aus einem Ahornstamme imganzen 48—96 Liter Saft, und aus diesem, bei völligem Ein-kochen 1—3 Kilogramm Zucker; doch kann diese Menge aus-nahmsweise auch auf das doppelte, und selbst auf noch mehrsteigen. — Die Bereitung des Ahornzuckers war den riordamerika-nischen Indianern bereits bekannt, als die Europäer nach Kanadakamen, und zwar soll sie zuerst der Stamm der Delawaren betriebenhaben, der nämliche, welcher auch zuerst den regelmässigen An-bau des Maises, und hiermit überhaupt den Ackerbau, zu pflegenbegonnen hatte (Lippert II, 163). Die Franzosen, deren KolonieKanada bis zum Pariser Frieden von 1763 war, lernten die Zucker-bereitung aus Ahornsaft von den Eingeborenen, nach Kalm (1751)gewann dieselbe aber erst grössere Bedeutung, als die Quäker undHerrnhuter sich zum Betriebe dieser Fabrikation vereinigten,in der Hoffnung, hierdurch die des Rohrzuckers, und damit zu-gleich die Sklaverei zu verdrängen, — ein Unterfangen, das sichfreilich alsbald als fruchtlos erwies (Beckmann, „Phys.-Okon.Bibl." XV, 8). Nach Brissot („Voyage dans les etats unis"1788) und Coxe („View of the united states" 1794) lieferte einMorgen Land mit 140 Ahornstämmen 500—700 Pfund Zucker,und eine Familie konnte jährlich etwa 15 Zentner Zucker dar-stellen, vorausgesetzt, dass es nicht an nahem Brennholze mangelte.Trotz dieses geringen Ergebnisses wurde die Erzeugung von Ahorn-zucker durch den Franzosen Lanthenas und den Schweden Stähl-hammer auch in Europa empfohlen, als infolge der VerwüstungDomingos, und durch die kriegerischen Wirren zu Ende des 18.und zu Beginn des 19. Jahrhundertes, alle Kolonialwaaren, undnamentlich auch Zucker, ausserordentlich im Preise stiegen. AufVeranlassung des preussischen Ministers von Struensee, welcherspäter auch Samen aus Amerika kommen Hess, stellte Hermb-städt 1797 im königlichen Tiergarten zu Berlin zunächst Ver-suche mit dem Safte des Silberahorns an („Chemische Versucheund Beobachtungen über die Darstellung des Zuckers", Berl. 1799),auch wurden die Verwalter sämmtlicher Staatsforsten beauftragt,zur Probe Ahornsal't abzuzapfen, und in eingedicktem Zustandenach Berlin zu senden, woselbst er raffiniert werden sollte (Poppe,„Gesch. d. Techn." IV, 148ff.; Rössig, „Abhandlung über dievorzüglichsten einheimischen, oder leicht einheimisch zu machendenZuckersurrogate *, Lpzg. 1799; 20 und 31). Auch die märkischeKammer Hess 1798 eine grössere Menge Ahornsaft einkochen undzu weissem Hutzucker raffinieren (Beckmann, „Phys.-Okon. Bibl."XX, 256), ebenso 1799 die Breslauer Siederei, welcher Heinrich