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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Ersatzmittel des Rohrzuckers.

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wird die Erzeugung solchen rohen Palmzuckers in Indien noch ingrosser Ausdehnung betrieben, und man findet häufig Bauern, die600—800 Palmen besitzen; die gesammte Produktion dürfte jährlichmindestens eine Million Meterzentner betragen (Scherzer 117).Was für die warmen und tropischen Länder die Zuckerpalme,das ist für die nördlich gelegenen kalten Gegenden der Zucker-ahorn (Acer saccharinum), als dessen Heimat Nordamerika an-zusehen ist. Sogleich nach dem Aufhören der Winterkälte beginntder Saft dieses Baumes aufzusteigen, und sein Zufluss, der inhohem Grade vom täglichen Wechsel der Witterung abhängig ist,pflegt bis Ende März, manchmal bis Anfang April anzudauern;frostige Nächte und sonnige Tage befördern ihn, auch fliesst derSaft reichlicher bei Tage als bei Nacht, und ist bei Bäumen, diemehr im Freien und entfernt von dichtem Unterholze stehen, reinerund süsser, als bei jenen, die inmitten des Waldes wachsen. Angünstigen „Safttagen", deren man während der 5—6wöchentlichenErntezeit meist nur 10—15 zählt, kann ein Baum bis 12 LiterSaft liefern; dieser fliesst zuerst meistens ziemlich geschwind aus,dann aber tritt eine mehrstündige Ruhepause ein, nach deren Ver-lauf der Ausfluss von neuem anfängt. Sobald der Baum Blätterentfaltet, nimmt die Saftmenge rasch ab, und auch die Süssigkeitdes Saftes, der aus fast reiner liohrzuckerlösung besteht, lässt be-deutend nach. Die Zuckergewinnung beginnt daher stets sogleichnach der Schneeschmelze; da ausgewachsene Bäume durch das An-zapfen, selbst wenn es 40 Jahre hintereinander geschieht, nach-weislich nicht geschädigt werden, während jüngere sehr empfindlichsind, so wählt man nur Stämme von mindestens 20—25 Jahrenaus, bohrt dieselben einige Fuss über dem Erdboden 5 —10 Zenti-meter tief an, steckt eine Röhre in das Loch, und stellt unterdieselbe ein Gefäss; in grosse Bäume macht man zwei oder dreiLöcher, benutzt jedoch niemals die nämlichen Bohrstellen mehrereJahre hintereinander. Der frische Saft wird sogleich in kleinenKesseln auf freiem Feuer unter fortwährendem Umrühren ein-gedampft, abgeschäumt, und in irdenen oder birkenrindenen Formenerstarren gelassen; man erhält so kleine Platten und Tafeln einesrötlichen, durchscheinenden, sehr wohlschmeckenden Zuckers, derzuweilen noch durch Umkochen und Klären mit etwas Kalk, Milchoder Eiweiss, weiter gereinigt wird (Duhamel du Monceau,„Traite des arbres et arbustes" I, 32; Rush, „The sugar-maple-tree", Philad. 1792; Maw, b. Wittstein 944; Reed 122). Häufigwird auch bloss Syrup fabriziert, oder der Saft, nach Rush, durchAusfrieren, nur bis zu einem gewissen Grade konzentriert (Böhmer I,

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