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Fünfzehnter Abschnitt.
Bambusrohr einsteckt, und unter diesem ein irdenes Gef'äss be-festigt; hat man den Einschnitt nachmittags oder gegen Abendgemacht, so findet man am nächsten Morgen, wenn man das Ge-fäss abnimmt (was vor Sonnenaufgang geschehen muss), 2 / 3 — :i / 4desselben mit einem dünnflüssigen, sehr süssen, fast aus reinerRohrzuckerlösung bestehenden Safte angefüllt, und zwar ftiesstdesto mehr davon aus, je kühler und ruhiger das Wetter ist. Mankann drei Tage hintereinander Saft gewinnen, muss aber dann demBaume eine gewisse Ruhezeit lassen, weshalb die Pflanzer ihrePalmfelder meistens in 6—7 Abteilungen trennen, und diese währendder Erntezeit stets in regelmässigen Zwischenräumen aufs neuebesuchen; bei jungen Bäumen zapft man im ersten Jahre nur dieHälfte, im zweiten nur drei Viertel derjenigen Saftmenge, ab, diesie erfahrungsgemäss überhaupt liefern können, und die im ganzeneinem Zuckerertrage von 35—40 Pfunden für die Palme entspricht.Der frische Saft wird in halbkugeligen Thonpf'annen, die innenzuweilen mit etwas Kalk bestrichen werden, auf freiem Feuer zueinem dicken Syrup eingekocht, den man in flache Schüsseln, zu-weilen auch in Düten aus grossen Palmblättern ausgiesst, und ander Sonne trocknen lässt; will man rasch reineren Zucker erhalten,so giesst man die Füllmasse auch in Weidenkörbe, deren Bodeneine Schicht feinen Sandes enthält, durch welchen dann ein Teildes Syrups abtropfen kann (Flückiger und Hanbury, a. a. 0.;„Ena Brit." XXII, 628; Reed 104ff.; Böhmer I, 765). Häufigbegnügt man sich auch damit, den Saft bloss zu Honigkonsistenzeinzudampfen; schon Ibn-Batuta („Reisen" II, 209; IV", 113 und139) meldet, „dass der Saft der Kokospalme abgezogen, in Kesselnzu einem vorzüglichen Honig eingedickt, und in dieser Gestaltnach ganz Indien und China exportiert wird", und in der Thatfindet sich Palmzucker schon in dem chinesischen Werke „Kuangchi"genannt, welches vermutlich im 10. Jahrhundert n. Chr. abgefasstist (Bretschneider 25). Der Dattelhonig hingegen, den Ibn-Batuta ebenfalls erwähnt („Reisen" II, 9), den auch schonHerodot(I, 193) und Strabo (XVI, 1, 14) kennen, und die „Mischnah"rühmt (Low 124), wurde nicht am Feuer eingekocht, sondern ver-mutlich aus den reifen Früchten ausgepresst. Acosta, der um1580 schrieb (s. Clusius 269), berichtet, dass in Indien der „Sura"genannte Palmsaft, durch Eindicken zu Zucker (Jagara) verarbeitetwerde, den man in ungeheuren Mengen konsumiere, aber auch alsgeschätztes Heilmittel anwende; in Europa hielt man den braunenzähen Jaggery noch im 18. Jahrhunderte nicht für identisch mitRohrzucker (Hoffmann-Maederjan, a. a. 0.). Auch gegenwärtig
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