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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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FÜNFZEHNTER ABSCHNITT.

Die Ersatzmittel des Rohrzuckers.

Neben dem Rohrzucker aus Zuckerrohr, und dem Honig, denbeiden wichtigsten und ausgiebigsten Versüssungsmitteln, sind inmanchen Gegenden seit altersher, in anderen seit längerer oderkürzerer Zeit, auch andere Süssstoffe in Gebrauch gestanden, undhaben, durch besondere örtliche, politische, oder handelspolitischeBedingungen begünstigt, zuweilen eine nicht unbedeutende Wichtig-keit erlangt; ist es auch nur den wenigsten derselben gelungen,sich dauernd zu behaupten, und im Welthandel eine Rolle zuspielen, so war dies doch bei einigen in ausgedehntem Maasse derFall, und wie diese hierdurch, so bieten die übrigen in anbetrachtder Umstände, die ihre Anwendung erstehen und wieder vergehenHessen, ein allgemeines geschichtliches Interesse dar.

Eines der ältesten Ersatzmittel des Zuckers aus Zuckerrohr. ist der Palmzucker, der aus dem Safte der Palmen Phoenix silvestris,Cocos nucifera, Borassus flabelliformis, Caryota urens, und Arengasaccharifera, in Indien bereitet wird, und unter dem Namen „Jaggery"(Gagori, Sharkari) daselbst vermutlich ebensolange bekannt ist, wieder Rohrzucker selbst (Lassen I, 312 ff.). Die Palmen, aus denenman Zucker bereiten will, werden reihenweise in fruchtbaren, hochund trocken gelegenen Ländereien angepflanzt, wo sie zwar weniger,aber zuckerreicheren und leichter krystallisierenden Saft ergeben,als dicht an der Küste, oder an den Flussufern, und sind zuweilenvom 5., in der Regel aber vom 8. bis zum 30. Jahre, ertragfähig.Die Saftgewinnung geschieht in der Zeit von Anfang Novemberbis Mitte Februar, und erfolgt derart, dass man, dicht unterhalbder niedrigsten Zweige der Krone, einen zolltiefen Einschnitt inGestalt eines gleichseitigen Dreiecks von etwa 6 Zoll Seitenlängeanbringt, in die nach unten gekehrte Spitze desselben ein Stück

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Lippmunn, Geschichte des Zuckers.

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