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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker im Orient seit Beginn des 14. Jahrhundertes. 379

Fabrikation festen Zuckers wurde aber in Manila und auf denübrigen Philippinen erst im 18. Jahrhunderte durch die Chineseneingeführt, und um 1800 bestand bereits eine erhebliche Ausfuhr,die in der Folgezeit rasch zunahm, obwohl der Zucker von dergeringsten Qualität, und eigentlich meist nur in Matten gegossene,sehr dunkle Füllmasse war (Beer V, 68 und 133). Durch chine-sische Pächter aus Formosa und Cochinchina, woselbst die Produktionzu Beginn des 19. Jahrhunderts gleichfalls stark zunahm (Beer V,42 und 59), wurde die Kunst der Zuckerbereitung auch nach vielender ozeanischen Inseln verpflanzt, auf welchen das Zuckerrohrselbst (jedoch nur in kultiviertem Zustande), schon zur Zeit ihrerEntdeckung bekannt gewesen, aber ausschliesslich zum unmittel-baren Genüsse verwendet worden war; die Verbreitung der Fabri-kation machte indes nur langsame Fortschritte, so dass z. B.Chamisso auf seiner Reise um die Welt (1815—1818), die Be-wohner der Pelew-Inseln nur mit der Syrupbereitung bekannt traf,während die der Osterinsel noch nicht einmal diese verstanden(„Werke", Hildb. 1870; II, 316 und 298). Nach dem australischenFestlande wurde das Zuckerrohr sogar erst um 1850 verpflanzt,und noch 1869 war die ganze dortige Erzeugung bloss 5190 Meter-zentner (Beer V, 107).

Wie nach dem Osten, so breitete das Zuckerrohr sich vonIndien auch nach Westen weiter aus. In Madagaskar fanden 1506Tristan d'Acunha, der Entdecker dieser Insel, und 1515 Corsali,der Reisegefährte Magellan's, das Rohr bereits vor, doch genossman nur dessen Saft, oder liess ihn zu Wein vergähren (Ramusio I,178); später wurde auch die Erzeugung festen Zuckers eingeführt,die indes stets eine höchst unvollkommene blieb (Ratzel II, 506).Aus Madagaskar verpflanzten die Franzosen 1664 das Zuckerrohrnach Bourbon; nach Mauritius gelangte es erst 1712, nach Süd-afrika, namentlich Nntal, sogar erst 1852 (Ritter 380ff.; Flückigerund Hanbury a. a. O.).

Von Indien aus liess der Sultan Babur 1524 auch neuer-dings Zuckerrohr nach Kabul und dem Oxuslande bringen („Me-moires" ed. Erskine, Lond. 1826, 138 und 141); aber obwohler versichert, dasselbe sei so trefflich gediehen, dass Zucker einenHauptartikel des Kabuler Marktes gebildet habe, so war doch dieseBlüte nicht von Dauer, und die Anpflanzungen gingen allmählichwieder ein. Dasselbe Schicksal betraf die um die nämliche Zeitangelegten Plantagen von Tiflis; erst 1839 wurde dort der Anbauwieder aufgenommen, und ergab schon im nächsten Jahre 1200Zentner Zucker (Volz 320).