Der Zucker im Orient seit Beginn des 14. Jahrhunderte«.
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Feuchtigkeit braucht, so muss man die Lage der Felder mit Sorg-falt auswählen, und für tiefes Pflügen, rechtzeitige und wiederholteEntfernung des Unkrautes, und ausreichende Bewässerung sorgen.Das Rohr ist nach zehn Monaten reif, und muss alle drei Jahreerneuert werden; vielfach, z. B. in Java, schneidet man es in einemDrittel der Höhe ab, doch ist dieser Gebrauch verwerflich, da eszwar sehr rasch nachwächst, aber wesentlich an Qualität verliert.Wenn das Rohr gereift erscheint, wird es geerntet, abgeputzt, undzwischen zwei, von Ochsen getriebenen Walzen aus hartem Holzausgepresst; den Saft leitet man durch Schläuche aus Ochsenhautin grosse Sammelgefässe, schöpft ihn aus diesen in eiserne, in einegemauerte Feuerung eingelassene Kochkessel, dickt ihn ein, bis ergelbrot und beinahe fest ist, füllt dann die Masse in tiefe irdeneSchüsseln oder grosse Hache Töpfe aus, und stellt sie zum Trocknenin die Sonne. Das oberste wird hierbei weiss, und heisst Koch-zucker, das übrige bleibt gelb oder rot, und wird Muscovadegenannt; aus dem ersteren machen die Chinesen den Kandiszucker,indem sie ihn in grossen Kesseln wieder auflösen, mit Eiweissklären und abschäumen, wobei sie zuletzt etwas Hühnerfett bei-fügen, und die gekochte Masse in Schüsseln oder Töpfen, inwelche sie gespaltene Stücke Zuckerrohr eingelegt haben, erkaltenlassen; ebensolchen Kandis, der zwar weniger hart und schön, da-für aber süsser ist, machen sie auch aus gelbem, rotem undbraunem Zucker. Da die Chinesen grosse Betrüger sind, so fälschensie oft den Muscovadezucker mit Palmzucker, oder versieden gleichZuckerrohr- und Palmsaft zusammen, oder packen die Körbe nuroben mit gutem Zucker voll, während man darunter Erde,. Ascheoder dürre Blätter findet. Ebenso nehmen sie auch heimlich stattdes Hühnerfettes zerlassenen Speck zum Kochen des Zuckers, ob-wohl sie wissen, dass die Inder nichts gemessen dürfen, was mitden Abfällen unreiner Tiere in Berührung gekommen ist.*)
Wie aus den Mitteilungen Rumph's ersichtlich ist, warenmeist die Chinesen die Förderer der Zuckerrohrkultur; ausser in
*) Die Marsoiller Raffmerioen liefern noch jetzt Zucker nach Indien,dessen Sitcke von Parsi-Kauflouten versiegelt, und mit einein Geleitscheinversehen worden, wolchor bezeugt, dass bei der Herstellung des Zuckers wederBlut noch Knochenkohle angewendet wurde. — Die Knochenkohle begegneteübrigens anfangs auch in Europa grossen Vorurteilen. Böttcher erwähntz. B. in einer Schrift, in welcher er die Reinigung dos Rübensaftes mit Braun-kohle empfiehlt (Altenburg 1836), „dass Viele nicht genug lebhaft kundgebenkönnen, mit welchem Widerwillen sie mit Knoehenkoble gereinigten Zuckergemessen."