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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Dreizehnter Abschnitt.

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die Heizung der Trockenstuben mittelst eines blossen heissenLuftstromes, die zuerst Gouillory in Paris 1831 ausführte;Gutteridge trocknete die Brote bereits im luftverdünnten Räume(ebd. 394ff.).

Was die Verwendung von Zucker und Syrup zu anderen tech-nischen Zwecken betrifft, so stand die Bereitung von Alkoholdurch Vergährung von Melasse und sonstigen Fabrikationsabfällen,sowie das Einquellen (sog. Saucieren) von Tabak in Zuckerlösung,auf das bereits Angelus Sala hinweist, namentlich in Holland inGebrauch. In England pflegte man schon um 1730 Zucker und Zucker-■wasser aus gebranntem Zucker beim Brauen des Porterbieres all-gemein anzuwenden (Poppe, „Gesch. d. Techn." IV, 223); späterwurde jedoch dieser Zusatz verboten, und erst 1847 mit Rück-sicht auf die damaligen hohen Getreidepreise, wieder gestattet(Tooke und Newmarch I, 583). Nach Böhmer lässt sich Zuckeroder Zuckersyrup mit Vorteil beim Stärken der Spitzen, als Ver-dickungsmittel für Malerfarben und Tinte, zur Milchkonservierung,als Räucherpulver, „mit Alaun zu einem Phosphorus"*), zur Be-reitung der Indigoküpe und Tabaksauce, sowie zur Gewebe-Appre-tur gebrauchen (I, 752; II, 8, 38, 528), zu welchem letzterenZwecke früher auch Honig oder Manna benutzt wurde (Bischoff,„Geschichte der Färbekunst", Stendal 1780; Sestini, „Briefe ausSizilien", Lpzg. 1780). Zucker dient ferner als Zusatz zum Biere,zusammen mit Kreide „zum Anmachen schaaler Biere", zur Wein-verbesserung und zur Darstellung eines „künstlichen Ungarweines",den man aus Zucker, Rosinen und Branntwein, oder aus Zucker,Syrup, Zibeben, Weinstein und Vitriolgeist bereitet, und mit Alaunund Eiweissklärt (Böhmer I, 752,408,422; Beckmann, „Phys.-Okon. Bibl." XV, 275). Die Branntweinbrennerei aus dem teurenZucker-Syrup hörte erst auf ein einträgliches Gewerbe zu sein, alsBergius abermals nachdrücklich darauf hinwies, dass man Alko-hol aus jedem zucker- oder stärkehaltigen Rohmaterial, also auchaus den billigen Rüben, Möhren, Kartoffeln, u. dergl. gewinnenkönnte (ebd. XII, 554).

Die europäische Rohrzuckerfabrikation kam zwar währenddes 17. und auch noch während des 18. Jahrhunderts, nicht ganzzum Stillstande, war aber ohne jede allgemeine Bedeutung, und nur

*) Glüht man Zucker und Alaun, und lässt das Gemisch in einem ge-schlossenen Gefässe erkalten, so erhält man eine Masse, die sich, infolgeihres Gehaltes an fein vorteiltem Kaliumsulfid, bei Luftzutritt so rasch oxy-diert, dass Erglühen und Entflammung eintritt (Scheelo).