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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die europäische Zuckerraffination im 17., 18., u. ■/.. Anfang d. 19. Jahrh. .371

von lokaler AVichtigkeit. In Sizilien suchte man 1684 den Anbaudes Zuckerrohres neu zu beleben, indem man auf amerikanischenZucker einen bedeutenden Eingangszoll legte, und diesen 1732noch erhöhte. Die Massregel blieb jedoch ohne Erfolg, um so mehrals die guten Methoden für Kultur und Fabrikation bereits inVergessenheit geraten waren (Gregorio 753ff.); Riedesel („Reisendurch Sizilien", Lond. 1773, 67) sah 1767 noch Zuckerrohr an-bauen und Zucker erzeugen, ebenso Brydone („Reise in Sizilien",Lond. 1773), welcher letztere auch berichtet, dass in Malta Zucker-rohr gepflanzt werde. Willoughby, der 1664 Spanien bereiste(Ray, „Travels" 1773; I, 409), beschreibt die Zuckergewinnungbei Valencia: Das Rohr wurde gemahlen und gepresst, der Safteingekocht, sorgfältig abgeschäumt, durch Tücher nitriert, aus demdritten Kochkessel in eine Kühlpfanne, und aus dieser in thönerneHutformen ausgefüllt, deren Löcher mit Zucker verstopft waren,die Füllmasse mit Thon gedeckt und 5—6 Monate so stehen ge-lassen, und sodann der Zucker ausgeschlagen; er war ziemlich hartund weiss, wurde 14 Tage getrocknet, und dann auf Raffinadeverarbeitet, wobei 3—4 mal mit 2—3 Dutzend Eiern pro Kesselgeklärt und umgekocht wurde, bis, unter jedesmaligem Verlustevon 1 / ß der Masse, schliesslich weisser Zucker von der gewünschtenFeinheit entstand; aus den Syrupen gewann man durch Klären undVerkochen noch mehrere Sorten Farine.

Wie in Europa, so verfiel der Anbau des Zuckerrohres auchin Nordafrika und den westafrikanischen Inseln. Palma hatte1764 noch ziemlich viel Zuckerrohr (Glass, „Geschichte der Ent-deckung und Eroberung der kanarischen Inseln", Lpzg. 1787), zurZeit Humboldt's konnte die Produktion jene von 1780, — etwa1000 Zentner Rohzucker, — schon nicht mehr erreichen („Reisen"II, 306), und bald darauf hörte sie ganz auf; ebenso geschah esauf Madeira, wo erst 1852, nach Vernichtung der blühenden Wein-kultur durch die Traubenkrankheit, aufs neue Zuckerrohr ange-pflanzt wurde (Grisebach II, 505).

In Ägypten sahen Bruce, und später Niebuhr, Zuckerrohrernten, und daraus in kleinstem Massstabe, sehr schlechten undunreinen Zucker gewinnen („Beschreibung Arabiens", Kopenh.1772, 497); im grossen liess erst Mehemet Ali (1820) Kulturund Fabrikation neu erstehen (Volz 384). In Marokko geriet dieZuckerindustrie schon im 17. Jahrhundert in Verfall, da die Raffi-nerieen der südfranzösischen Hafenstädte den Zucker weit billigerdahin lieferten, als man ihn im Lande selbst erzeugen konnte; diekleinen Brote von 3—5 Pfund Gewicht betrachtete man im Inneren

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