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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die eui'opäischo Zucken-affination im 17., 18., u. /.. Anfang d. 19. Jahrb. 365

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den Zucker aus Runkelrüben". Die im Jahre 1837 verfügteGleichsetzung der Zölle auf englische, belgische, holländische undfranzösische Melis und Lompen, mit dem Eingangszoll auf Raffi-nade, konnte hierfür kein wirksames Gegengewicht bilden, einer-seits weil diese Länder hohe Prämien gewährten, andererseits weildie Konkurrenz der preussischen Siedereien, deren Zahl auf 42gestiegen war, immerfort zunahm; so z. ß. gab England bei derAusfuhr von 1 Zentner Raffinade 41 sh. Vergütung (Zoll aufRohzucker 27 sh.), Holland 15 fl. (Zoll 9 ff), Frankreich 60 Fr.(Zoll 18,75 — 22,50 Fr., je nach der Kolonie), wobei man etwal 1 / 3 —1 1 /„ Zentner Rohzucker brauchte, um 1 Zentner Raffinadezu erzeugen, und selbst auf Syrup bewilligte Frankreich 6 Fr.Ausfuhrprämie für den Zentner, so dass Preussen den Eingangszollvon Mark 1,20 auf Mark 6 erhöhte, was wieder für die Ham-burger Siedereien ein grosser Nachteil war (ebd. I, 391 und 558;Eberti, „Die deutsche Zuckerindustrie", Berl. 1889, 1300). Nurdurch ganz besondere AVohlfeilheit und Haltbarkeit behauptetensieb die Hamburger Zucker noch in Schweden, Finnland und amSchwarzen Meere, doch nahm die Fabrikation bis 1838 mindestensum ein Drittel, und nach 1838 noch mehr ab (Tooke und New-niarch I, 391 und 442), da um diese Zeit auch wieder England,dessen Markt überfüllt war, Zucker zu ausserordentlich billigenPreisen nach Hamburg lieferte; durch die grosse Beliebtheit ihrerWaare über den Kostenpunkt derselben lange Zeit hinweggetäuscht,hatten die Hamburger es auch versäumt, ihre alte Arbeitsweiserechtzeitig zu verlassen (ebd. I, 583). „Noch bis vor wenigenJahren," sagt Dieterici (Schulze, „Die deutsche Zuckerfrage",Jena 1850; 163), „bestand das Verfahren der deutschen, besondersaber der Hamburger Raffinerieen, nur in folgendem: man lösteden Robzucker, sowie er ankam, in Kalkwasser auf, setzte die zurReinigung nötigen Stoffe zu, gewann durch Klären, Abseihen undKochen dieser Masse festen Hutzucker, benutzte den abfallendenSyrup in ähnlicher Weise für Melis, und dessen Syrup für Lumpen-zucker." Erst 1848 führte der unerträglich gewordene Druck derfremden Konkurrenz zur Anlage von Dampfsiedereien; 1850 gabes deren drei, neben 76 Fabriken des alten Systems, deren Waareaber vielfach als besser und schöner bezeichnet, und besonders vonder nordischen Kundschaft der mit Dampf gekochten vorgezogenwurde (ebd. 15; Tooke und Newmarcb II, 762 und 786). DieEinfuhr Hamburgs war damals bereits auf etwa 500 000 Zentnergesunken, und nahm, im selben Masse wie allmählich der aus-ländische Markt an die europäischen Weststaaten, und der inlän-