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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Dreizehnter Abschnitt.

— macht es erklärlich, wenn wir die Zahl der Hamburger Zucker-siedereien ganz ausserordentlich hoch angegeben finden: 1750 exi-stierten ihrer 365 (Busch 18), 1767, als die Massregeln Friedrich'sdes Grossen eine zeitweise Handelsstörung herbeigeführt hatten,nach einer Liste „Der hiesigen Rafinadeurs Vereinbarung" 144;1790 gab es 217 „Raffinadöre" (wovon zehn mit 12, die übrigenmit 4 — 5 Arbeitern), 78 „Kandismacher" (mit 2 — 3 Arbeitern),und 3 „Syrupkocher" (mit 1—2 Arbeitern), also zusammen 298(Busch 18), und für 1799 weist ein, auf der Hamburger Stadt-bibliothek befindliches Verzeichnis des Maklers Lehsten, 348 Firmenauf. Im Jahre 1766 errichteten die Hamburger „Zuckerbäcker"bereits gemeinsam eine Papierfabrik in Fuhlsbüttel (s. deren „Ar-tikeln", Hamburg 1766) und verpflichteten sich, dort ihr sämmt-liches weisses und blaues Papier zu beziehen; die Anfertigung desletzteren gelang anfangs in Deutschland nicht (Beckmann, „Anl.zur Techn." 118) und erst 1785 und 1787 gaben Guytonde Morveau und Morian gute Vorschriften zur Herstellung des-selben, und zur Färbung „mit einem Decoct von Brasilholz,Alaun und Salmiakgeist" (Wiegleb II, 426; Poppe, „Gesch. d.Techn." II, 217); die sog. „blaue Papiermühle" ging indes imJahre 1798 wieder ein, da sie zu teuer produzierte (Beckmann,„Phys.-Ökon. Bibl." XX, 61).

Den Thon zum Decken der Brote bezog man in Hamburgstets aus Rouen, St. Malo oder Saumur, weil er als Schiffsballastbilliger zu stehen kam, als der aus dem Inlande herbeizuschaffende;dass der heimische Thon ebensogut in der Zuckerfabrikation ver-wendbar sei, wie der französische, zeigte zuerst der RaffineurWinkelmann in Hannover, welcher einen schön weissen Pfeifen-thon benutzte, den ein Bauer Heinrich Bremer 1765 zufälligauf seinem Grundstücke auffand; seither behalfen sich auch dieBerliner Siedereien mit heimischem Thon aus der Gegend vonBenstedt bei Merseburg, und die Breslauer mit solchem aus Nimbkauin Schlesien, während man bis dahin französischen Thon überHamburg kommen lassen musste (Poppe, „Gesch. d. Techn."148ff.; Beckmann, „Anl. z. Techn." 389; r Phys.-(")kon. Bibl." IV,563).

Nach Gotthard („Die Zuckersiederei in ihrem ganzen Um-fange", Hamburg 1805) kaufte Hamburg seine Formen gegen Endedes 18. Jahrhunderts noch meist in Holland, Dänemark undSchweden, oder machte sie wenigstens, da die Versuche mitdeutschem Thon missglückt waren (1760), aus holländischem, vonwelchem z. ß. 1795 über 4000 Zentner ankamen; an Thon zum