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Dreizehnter Abschnitt.
den Kunden statt derselben gemeine Stampf brote verkauft, die mannamentlich in Marseille mit sehr schönem Ausseren zu fabrizierenweiss, ohne jedoch den Hauptmangel, Zerbrechlichkeit und Zer-füesslichkeit, vermeiden zu können. Aus derselben Masse wieKönigszucker kocht man auch weissen Kandis, lässt denselben inalten Formen, die nachher zerschlagen werden, 8—10 Tage kry-stallisieren, und sammelt den abtropfenden Syrup in Pötten; häufigwerden dem Kandis allerlei Wohlgerüche, oder Indigo und Coche-nille behufs schönerer Färbung zugesetzt. — Der Thon, den manvon den gedeckten Broten abnimmt, wird getrocknet, gut aus-gewaschen, und dann wieder verwendet. Vandebergue in Orleanshat zuerst vorgeschlagen, die Brote statt mit Thon direkt mit ge-sättigter Zuckerlösung auszudecken; dieses Verfahren ist aber nurfür die besten und festesten Brote, z. B. für Königszucker, empfehlens-wert, für gewöhnliche Waare aber ist es verwerflich, weil die Deck-kläre solche unreinere und gröbere Massen zu rasch und ungleich-massig durchdringt, so dass gelbe Flecken und Streifen entstehen.— Der beim Kochen des Zuckers entstandene Schaum wird mitKalkwasser verklärt, durch Tücher filtriert, eingekocht, und gemein-sam mit dem Feinsyrup der Brote wieder in die Rohzucker-Klär-pfannen zurückgebracht. Den Grünsyrup der Brote klärt mangleichfalls mit Kalkwasser, kocht ihn in grössere, sog. Lomps-formen ein, und behandelt ihn genau so wie die erste Füllmasse;das Auskühlen dauert aber 2—3 Tage, das Ablaufen des Grünsyrups12—14 Tage, und das Decken 2—3 Monate. Man schlägt dann dieLompen aus, verarbeitet den guten trockenen Zucker zusammenmit dem Rohzucker, verklärt die schmierigen Teile, besonders dieKöpfe, und den Grünsyrup nochmals mit Kalkwasser, und kochtdie Masse in grosse, mittelst Dauben und Reifen verstärkte Baster-formen, die man in einen stark geheizten Keller setzt. Erst nach5—6 Monaten erhält man einen dunklen, feuchten, etwas brenz-lichen Zucker, den man für sich auflöst und zunächst zu Lompenumkocht (deren gute Teile man dann in die Klärpfannen einwirft),sowie einen dicken dunklen Syrup, den man an die holländischen Rum-brenner verkauft, da die Destillation in Frankreich selbst untersagt ist.Die Beschreibung Duhamel du Monceau's ging fast un-verändert in die deutschen technologischen Werke des 18. Jahr-hunderts über; sie findet sich im „Schauplatz der Künste undHandwerke" (Lpzg. 1775; IV, 223ff.), und liegt auch den Angabenvon Beckmann („Anleitung zur Technologie", Göttingen 1780)und von Böhmer („Technische Geschichte der Pflanzen", Lpzg.1794) zu Grunde. Nach Beckmann (S. 378ff.) wird die Masco-