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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die europäische Zuckerraffination im 17., 18., u. zu Anfang d. 19. Jahrb. 357

wendet, und hierauf gedeckt. Zum Decken dient ein steifer Breivon feiner, farbloser, massig fetter Thonerde, deren beste Sorten,die nicht abfärben, das Wasser nur langsam abgeben, und nurwenig Zucker aufnehmen, aus Rouen und Saumur kommen, undvor dem Gebrauche acht Tage lang gewaschen, geknetet und ge-siebt werden müssen. Je feiner der Zucker ist, in desto dünnererSchicht trägt man die Erde auf, z. ß. für die feinkörnigsten Brotenur 3—5 Linien hoch. Man lässt nun die Brote, sorgfältig vorLuftzutritt geschützt, 8—10 Tage stehen, schneidet dann die Thon-schicht am Rande ringsum ein, hebt sie ab, besichtigt die Brote,und giebt ihnen eine zweite, wenn nötig, auch eine dritte Decke;die Brote, die* dann an der Spitze noch nicht rein sind, werden ambesten umgeschmolzen, falls man sie nicht als Ausschuss verkaufenkann; die übrigen werden im rechten Momente, — der genau zubeachten ist, weil sonst die Spitzen locker werden, oder an derForm festhaften —, umgedreht, aus der Form gestossen, aufLeinwand gestellt, allmählich antrocknen gelassen (was bei kühlerJahreszeit durch Anzünden eines Kohlenbeckens befördert werdenmuss), und schliesslich in die Trockenstuben gebracht. Soyer inOrleans ersetzte zuerst deren frühere unvollkommene Gestalt durcheine bessere Einrichtung: seine Stuben bestehen aus sechs über-einander liegenden Lattenböden, die durch Lucken verbunden sind,600—800 Brote fassen, und durch wenige Leute rasch ein- undausgeräumt werden können. Man giebt nun 1—3 Tage schwache,dann 5—7 Tage starke Wärme (bis 50° R.), und lässt hierauflangsam auskühlen; nach dem Trocknen zeigen sich die Fehler:schlecht oder zu spät umgerührte Füllmassen geben „blumige"Brote, schlecht gedeckte Brote werden streifig und fleckig, schlechtvorgetrocknete erscheinen löcherig, oder fallen sogar zusammen.Die guten Brote werden abgeputzt, in blaues Papier eingeschlagen,weil die blaue Farbe des Papiers, die oft etwas gelbliche desZuckers am besten verdeckt, mit Bindfaden verschnürt, und in Fässerverpackt. Die feinste Raffinade, welche ehemals nur die Holländerzu machen verstanden, heisst Königszucker; man verfertigt sie ausgewöhnlicher Raffinade, gedeckten Broten, oder ganz weisser Kasso-nade, indem man mit wenig Kalk- oder Alaunwasser und etwasBlut klärt, wiederholt durch feine Tücher filtriert, und mit ganz be-sonderer Sorgfalt einkocht, deckt, und trocknet. Königszucker wirdstets in violettes Papier mit weisser Einlage verpackt, und dasgrosse Bedürfnis der Raffinerieen nach schönem Buntpapier, hatnicht wenig zur Entfaltung dieser Industrie in Frankreich bei-getragen; vielfach wird diese edle Zuckerart verfälscht, indem man

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