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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die europäische Zuckerraffination im 17., 18., u. zu Anfang d. 19. Jahrb. 353

mehrmals wiederholt werden müssen; zu diesen gehört das Auf-lösen, das Abschäumen, das Klären, das Filtrieren durch Säcke,welche man nachher mit heissem Wasser aussüsst, das Giessen dereingekochten Massen in Formen, das Abziehen des Syrups, dasTrocknen, und das Zerkleinern. Um Zucker von bester Qualitätzu erhalten, löst man den Rohzucker in Wasser, filtriert die Lösung,um Sand und Unreinigkeiten zu entfernen, klärt sie mit Eiweiss,kocht ein, und füllt die Masse in Formen; wenn diese erkaltetsind, lässt man den Syrup ablaufen, löst dann den Zucker in klaremKalkwasser, schäumt sorgfältig ab, dickt ein, und giesst die Füll-masse wieder in Formen; man lässt nun abermals den dicken,klebrigen, übelriechenden, und scharf schmeckenden Syrup abziehen,und wiederholt alles dieses so oft, bis der Zucker rein und weiss,der Syrup hell und klar wird. Wenn man richtig verfährt, undnur gehörig verdünntes, aus frisch gebranntem Kalk bereitetes unddurch Absitzenlassen in hölzernen oder steinernen Gefässen völliggeklärtes Kalkwasser verwendet, so ist es unmöglich, dass Kalkim Zucker zurückbleiben, und dieser nach Kalk schmecken sollte;da der Zucker, für sich, und als Zusatz, das gebräuchlichste Arznei-mittel ist, so gilt es die Menge darüber aufzuklären, dass dieSchädlichkeit der Klärung mit Kalk ein blosses Vorurteil ist, ob-gleich auch manche Arzte dasselbe teilen, und die ausschliesslicheAnwendung mit Eiweiss gereinigten Zuckers vorschreiben. Es istnämlich sicher, dass das Kalkwasser die dunklen schleimigen Sub-stanzen des Rohzuckers leichtflüssiger macht, und da es beim Kläreneinen Teil seiner Alkalität verliert, auch mancherlei saure Stoffeneutralisiert; durch das Klären mit Kalk muss man also offenbargerade sehr reine Zucker erhalten, und dass dies wirklich der Fallist, und Icein Kalk in ihnen zurückbleibt, kann man daraus er-sehen, dass solche Zucker vollkommen verbrennlich sind, und keinenRückstand von Kalk oder Salzen hinterlassen.

Nach Pometius (I, 101 ff.) kommt der, auf bekannte Weise*)bereitete Rohzucker hauptsächlich in zwei Formen nach Europa,als Moscovade und Kassonade. Die Moscovade soll grauweiss,trocken, und möglichst wenig schleimig sein, da sie aber in derRegel gelb bis braun, syrupreich, und von brenzlichem Geschmackeist, so kaufen die Raffineure sie nicht gerne, oder verarbeiten siewenigstens nicht allein. Die Kassonade ist mit Thon gedeckter,von den syrupreichen Teilen befreiter, und in der Sonne scharf

*) Fig. 83 und 84 geben die Abbildung einer 3-Cylindor-Müble mitOchsenbotrieb, einer Kochstation mit 5 Kesseln, und einer Zuckerrphr-Pflanzo.

tiippmann, Geschichte des Zuckers.

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