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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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DREIZEHNTER ABSC I INITT.

Die europäische Zuckerraffination im 17., 18.,und zu Anfang; des 19. Jahrhunderts.

Die Kunst der Zuckersiederei scheint, obwohl sie schon im16., und noch mehr im 17. Jahrhundert, in den wichtigsten euro-päischen Ländern ziemlich verbreitet war, innerhalb dieser Periodekeine ausführliche, speziell technologische Beschreibung erfahrenzu haben, vermutlich weil ihre Ausübung auch noch in diesemZeitalter als Zunfteigentum betrachtet, und geheim gehalten wurde;immerhin lassen sich jedoch aus der, bereits oben erwähnten„Sacharologia" des Angelus Sala („Opera Medico-Chymica",Rostock 1650, 137ff.), sowie aus der „Histoire generale des Dro-gues" des Pometius, einige Anhaltspunkte zur Beurteilung desdamaligen Standes derselben gewinnen.

Nach Sala leben Tausende von Menschen von der Erzeugungdes Zuckers aus Zuckerrohr, und der Handel mit Zucker ist ebensobedeutend wie der mit Öl, Salz, Wein, Wolle und Gewürzen; derrohe Zucker kommt so, wie ihn das Pressen oder Aviskochen desRohres und das Reinigen und Eindicken des Saftes liefert, in roherForm nach Europa, wo ihn dann die „Zuckermacher'' (dulciarii)umschmelzen, und in reinere Waare überführen. Von dieser sindnamentlich sechs Sorten beliebt: schneeweisser glänzender Krystall-zucker, gewöhnlicher weisser Krystallzucker, gelblicher Farin, gelberaber rein süsser Farin, rötlicher Farin von allerlei Beigeschmack,und weisser harter trockner Brotzucker; bei der Bereitung dieserZucker entstehen gleichzeitig auch verschiedene Arten Syrup: dergeringste, Melazzo, ist honigdick, rot, von süsslich-empyreumatischemGeschmacke, und dient zum Genüsse statt Honig oder Butter, zumFärben, zur groben Konditorarbeit, und als Zusatz bei der Bier-brauerei; der nächstbeste ist hellgelb, honigsüss, und besonderszum Einmachen der Früchte geeignet, der reinste endlich weiss,so süss und köstlich wie der Zucker selbst, aber auch ebenso teuer.Die Kunst den Zucker rein, hart, und glänzend weiss zu machenheisst „Reafinatio", und bedient sich gewisser Operationen, die