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Der Zuckerverbrauch Europas im 17. und 18. Jahrhunderte. 349
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ersten Plantagen; 1718 gelangte er dann nach Sumatra, 1719 nachSurinam und Bourbon, 1720 nach Ceylon, 1723 nach Martinique,1725 nach Cayenne, 1730 nach Cuba, Domingo, Guadeloupe, undGuyana, 1732 nach Jamaika, 1765 nach Mauritius, und 1770 nachBrasilien (Decandolle 333; Beer II, 93ff.; Volz 324ff.). NachHolland lieferten die Kolonieen 1719, nach Frankreich 1726, nachEngland 1740 den ersten eigengebauten Kaffee; 1770 war der■westindische Kaffee bereits alleinherrschend, und blieb dies biszum Aufblühen des brasilischen Exportes, der aber im 18. Jahr-hunderte noch bedeutungslos war (Handelmann 449).
Diese allgemeine und rasche Verbreitung der Chokolade, desThees und des Kaffees, denen man allenfalls noch den Rum an-schliessen könnte, war es, die zugleich auch für den Konsum desZuckers Bahn brach; diese Genussmittel waren die Träger, welcheseinen Verbrauch hoben und förderten, aus einem Objekte desLuxus und der Heilkunde einen Gegenstand des täglichen Ver-brauches der Bürgerhäuser schufen, und an die Stelle einer kost-baren , schon infolge ihrer geringen Menge nur auserwähltenKreisen zugänglichen Waare, einen im Grossbetriebe erzeugtenMassenartikel als Welthandelsprodukt treten Hessen. Der ziffer-mässige Betrag dieser Einflüsse lässt sich leider nur in höchstunvollkommener Weise abschätzen; so z. B. soll der Wert derfranzösischen Kaffeeeinfuhr 1700 etwa 5, 1790 etwa 60 MillionenKranes gewesen sein, und als Theeimport in England seitens derostindischen Kompagnie, wird angegeben: 1068 :100 Pfund, 1710:1420 Zentner, 1721:4000 Zentner, 1731:8168 Zentner, 1761:26192 Zentner, 1784:86083 Zentner, und um 1800:200000 Zent-ner, wobei aber der Schleichhandel, dem Pitt 1784 durch Herab-setzung des Zolles von 19 auf 12,5°/ 0 den Boden zu entziehensuchte, mindestens die gleiche Menge geliefert haben soll (BeerII, 96). Nach Humboldt („Reisen" II, 347) konsumierte ganzEuropa gegen 1800 jährlich 230000 Zentner Kakao, 320000 Zent-ner Thee, 1400 000 Zentner Kaffee, und 4500 000 Zentner Zucker, imGesammtwerte von 558,2 Millionen Francs. Die bis zur Ver-wüstung Domingos im Ganzen stetig sinkenden Preise begünstigtenden Verbrauch des Zuckers (sowie aller Kolonialwaaren), und gabenihm auch das Übergewicht über seinen gefährlichsten Konkurrenten,den Honig; während dieser um 1700 noch in Frankreich undEngland vielfach im Gebrauche stand (Pometius II, 162), und inDeutschland noch um 1750 mit Vorliebe zum Versüssen, zum Ein-machen der Früchte, und als Zusatz beim Bierbrauen verwendetwurde (Falke II, 366; Beckmann, „Bertr." II, 377; „Technolo-
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