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Zwölfter Abschnitt.
mann, „Phys.-Okon. Bibl." VII, 24; Volz 324ff.). Die ÄrzteVeslingius, van Craanen, und Bontekoe waren es abermals,die im Interesse der leidenden Menschheit, sowie des Geldbeutelsder holländischen Kaufleute, „dieses höchst kostbare, wirksame,und unübertreffliche Gesundheitsmittel" in marktschreierischerWeise und mit grossem Erfolge empfahlen (Haeser II, 377 ff).Bontekoe führte den Kaffee am Hofe des grossen Kurfürsten ein,auch findet er sich als Heilmittel im Kataloge der Dresdener Hof-apotheke von 1683, und unter dem Namen „Cortex Coffe" in derErfurter Apothekentaxe von 1696 genannt, und mit einem Groschendas Lot bewertet (Flückiger, „Dokumente"). Das erste deutscheKaffeehaus erhielt 1679 Hamburg durch englische Kaufleute(Wittstein 359); es folgten dann Wien, — wo Kolschitzkynach der glücklichen Befreiung der Stadt von den Türken (1683),als Belohnung für den Mut, mit dem er unter äusserster Lebens-gefahr die Linien der Belagerer passierte, um dem Entsatzheeredie entscheidende Botschaft zu bringen, die Erlaubnis zur Errich-tung eines Kaffeehauses erhielt, — 1686 Nürnberg und Regens-burg, 1687 Köln, 1700 Danzig, 1713 Augsburg, 1720 Leipzig, und1721 Berlin. Um 1750 war auch in ganz Deutschland der Kaffee-genuss schon allgemein üblich, und Kaffee in Hamburg und BremenGegenstand eines bedeutenden Handels (Falke II, 356). Friedrichder Grosse versuchte vergeblich, den Konsum desselben einzu-schränken; die von Marggraf und anderen Chemikern aus Roggen,Gerste, Eicheln, unechten Kastanien, Rüben und dergl. dargestelltenSurrogate fanden keinen Absatz*), und durch die Verordnung von1781, welche Kaffee zum Monopol erklärte, die Abgabe von sog.„Bremischeinen" nur an Adelige, Geistliche und Beamte gestattete,alle Übrigen aber zwang, gebrannten Kaffee, 24 Lot für einenThaler, vom Staate zu kaufen, wurde lediglich der Schleichhandelbegünstigt (Beckmann, „Phys.-Okon. Bibl." VI, 483). In Däne-mark und Schweden verbreitete sich der Kaffee erst nach 1700;Linne beschrieb ihn 1769 in den „Amoenitates academicae", undwiderlegte die Beschuldigung, dass er die Gesundheit des Volkesuntergrabe (ebd. I, 204). Schon bald naeh 1650 war die Nach-frage nach Kaffee in ganz Europa so gross geworden, dass ihndas alte Produktionsland, Arabien, auf die Dauer nicht mehr alleinbefriedigen konnte; zuerst brachten die Holländer unter vanHoorn,kurz vor 1690 den Kaffee nach Batavia, und begründeten dort die
*) Erst später wurde der sog. Zichorienkaftee, aus gebrannten Rüben,beliebt; 1790 wurde in Magdeburg die erste Zichorienfabrik errichtet, 1797gab es ihrer bereits vierzehn.