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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zuckerverbrauch Europas im 17. und 18. Jahrhunderte. 345

Wichtigkeit des Thees als Einfuhrartikel erhellt am besten ausder hervorragenden Rolle, welche die Theezölle und die Versenkungder Theeschiffe in Boston (1773) beim Ausbruch des amerikanischenUnabhängigkeitskrieges spielten.

Der Kaffeebaum wächst im Sudan und in Abessinien wild,und soll seinen Namen von der Landschaft Kaffa im äthiopischenHochlande empfangen haben (Ritter, „Erdkunde" XIII, 565);doch giebt es auch eine in Westafrika heimische Art, Coffealiberica, welche der ostafrikanischen als in vieler Hinsicht über-legen geschildert wird (Ratzel I, 15 und 572). Bei den Gallasin Abessinien soll der Kaffeegenuss seit jeher üblich gewesen sein,doch liegen Erwähnungen des Kaffees, wie es scheint, erst ausdem 9. Jahrhundert vor; 831 kam Kaffee, den indische Kaufleutein Dschiddah, der Hafenstadt Mekkas, als Zoll entrichtet hatten,nach Kairo (Quatremere, „Memoires* II, 290); Razi (850—923)kennt den Kaffee (Ibn-Beithar I, 389), und auch Avicenna(980—1037) beschreibt ihn, sagt, er werde nach Tisch, und inkaltem Zustande zur Beruhigung und Abkühlung genossen, undwarnt, ihm Zucker zuzusetzen, weil er dann ausserordentlichschädlich wirke (S. 130). Es wird berichtet, dass der Kaffeebaumzuerst im Jahre 1258 nach Arabien gelangt sei, wo Aden bereitsim 14. Jahrhundert Kaffeehandel betrieb, und 1459 dessen erklärterMittelpunkt war, von dem aus dieses Gewächs erst 1567 nachMekka und Mokka verpflanzt wurde (Wittstein a. a. 0. 359;Volz 324 ff.); anfänglich hatte der Kaffee unter der Anfeindungder mohammedanischen Orthodoxen zu leiden, und Chair-Beg,der Statthalter von Mekka, Hess sogar seinen Gebrauch verbieten,und alle Vorräte verbrennen, wie die Einen behaupten, weil er dieWirkung des Kaffees mit der des Weines verwechselte, wie dieAnderen sagen,'weil ihm die Versammlungen und Gespräche vielerMenschen in den öffentlichen Kaffeehäusern staatsgefährlich er-schienen. In Kairo gab es schon vor 1500 viele Kaffeehäuser,deren auch die Erzählungen ,Tausend und Eine Nacht" öftersgedenken (IV, 162, 173, 178), ebenso auch bald darauf in Persienund Syrien. Nach Konstantinopel brachte Sei im, nach der Er-oberung Ägyptens (1517), den ersten Kaffee, 1534 gab es bereitsKaffeehäuser, und 1554 wurde auch hier deren Schliessung ausGründen des Staatswohles versucht, jedoch gleichfalls ohne Erfolg.Im westlichen Europa lernten vermutlich die Venetianer zuerstden Kaffee kennen; 1512 wurde eine ihrer Gesandtschaften in Kairomit Kaffee bewirtet (Romanin V, 367), 1556 sandte der ReisendeBellonius einige Proben der gerösteten Körner an Clusius