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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zwölfter Abschnitt.

I

Bontekoe (1647 —1685), deren Schriften vmd Traktate allerortendas grösste Aufsehen hervorriefen, und den Verfassern fürstlieheHonorare seitens der holländisch-ostindischen Kompagnie eintrugen.„Die Gewinnsucht der holländischen Kaufleute, und die Theorieder modischen Ärzte boten sich die Hand, um den Thee als einePanacee, und als das beste Mittel zur Erhaltung der Gesundheitanzupreisen; diesen, erst seit kurzem aus Ostindien eingeführtenHandelsartikel erklärten die Ärzte als zur Verdünnung des Blutesganz unentbehrlich. Sein feines, öliges, flüchtiges Salz, dessensubtile Geister mit den tierischen Geistern so nahe verwandt seien,sollte die Lebenskraft erhöhen, das Gedächtnis stärken, und alleseelischen Fähigkeiten steigern; es wurde vorgeschrieben, grosseMassen des Getränkes, z. B. zur Vertreibung des Fiebers 40 — 50Tassen hintereinander zu gemessen" (Sprengel IV, 391; Haeserll,377 ff.). In Paris wurde der Thee 1635 bekannt; die ÄrzteMorisset und Blegny erschöpften sich in Lobeserhebungen, ver-fertigten Thee-Konserven und -Syrupe, rieten an, Thee zu rauchen,und verschafften dem Theegenuss Eingang bei Hofe, woselbst, wieaus einem Briefe der Madame de Sevigne hervorgeht, die Mar-quise de Sabliere 1680 den Zusatz von Milch oder Cremeerfand (Le Grand d'Aussy III, 114 ff.); Pometius sagt bereits,der Thee stehe seit einigen Jahren in so allgemeinem Gebrauche,dass er selbst bei jeder guten Bürgersfrau zu finden sei (I, 162).In England war der Thee \\m 1650 noch selten, aber obwohl1660, als Lord Arlington zuerst Thee direkt aus Ostindienbrachte, ein Pfund etwa 60 Mark kostete, und die englisch-ost-indische Gesellschaft noch 1664 dem König Karl IL zwei Pfundals Geschenk überreichte, war der Theegenuss doch schon ver-breitet genug, um 1660 besteuert werden zu können (Voltz 346 ff.),und gegen 1700 wird er bereits als ein allgemein üblicher be-zeichnet (Rogers V, 461). In Deutschland wurde der Thee durchdie holländischen Hofärzte des grossen Kurfürsten bekannt; dieNordhausen er Apothekerordnung von 1657 führt ihn an, ebensoder Katalog der Dresdener Hofapotheke von 1683; in der Lieg-nitzer Apotheke kostete 1662 eine Hand voll noch 15 Gulden, inUlm 1664 ein Lot 32 Kreuzer, in Leipzig 1689 eine Hand vollvier Groschen, und in Erfurt 1696 ein Lot einen Groschen(Flückiger, „Dokumente"). Nach Russland soll der Thee durcheine asiatische Gesandtschaft gelangt sein, und so rasche Aufnahmegefunden haben, dass 1674 bereits grosse Mengen desselben kon-sumiert wurden (Volz 346 ff.); ebenso war sein Verbrauch inNordamerika schon bald nach 1700 ein sehr bedeutender, und die