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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zuckervorbrauch Europas im 17. und 18. Jahrhunderte. 343

Der Theestraucli wächst in Assam, in Cockinchina, und nachFontanier auch in der Mandschurei wild (Decandolle 94;„Flora cochin." 414), nicht aber in China, wo er, obwohl auf-fiilligerweise kein Dokument, kein Reisender, und kein Missionärdes Mittelalters dies erwähnt, seit den ältesten Zeiten heimisch,und zum Zwecke des Theegenusses kultiviert war. Bereits das im12. vorchristlichen Jahrhundert verfasste Buch „Rhya" spricht vonThee als von etwas längst bekanntem, und ein Kommentator ausdem 4. Jahrhundert gieht eine gute Beschreibung des Theestrauches(Bretschneider 13 und 45); wahrscheinlich bereits zur Zeit derTsin-Dynastie (265—419 n. Chr.), sicher aber im 6. Jahrhundert,war der Thee schon ganz allgemein verbreitet (s. Ritter, „Erd-kunde" III, 231), 783 wurde er mit 10°/ 0 besteuert, 793 mit be-sonderen Zöllen belegt und zu einem kaiserlichen Monopol erklärt(So leim an, b. Rein au d, „Relation" I, 40), und 810 durch einenbuddhistischen Wanderpriester aus China nach Japan gebracht.Chinesische Quellen bestätigen, dass der Thee im 8. und 9. Jahr-hunderte für das ganze Reich ein unentbehrlicher Konsumartikelwar (Reinaud, „Relation" II, 28); er wurde stets möglichst heiss,und ohne jeden Znsatz genossen, so wie auch heute noch die Vor-nehmen und die Hofkreise Chinas jede Beigabe von Milch, Zuckerund dergleichen, strengstens vermeiden (Davis, „La Chine" I, 296;Anderson, „Ambassy to China", London 1795, 74; Klemm VI,15). Die Araber lernten den Thee in China im 8. Jahrhundertekennen, verwandten ihn aber unter dem Namen „Tschai" nur in derMedizin; seine Einführung in Indien dürfte, da kein Sanskritwortfür denselben existiert, erst in ziemlich später Zeit stattgefundenhaben. In Europa nennen den Thee zuerst Ramusio (1559),Almeida, der ihn in einem, zu Japan verfassten Briefe als „Chia"erwähnt (1576), Maffe'i, der ihn in der „Historia Indica" be-schreibt (1588), und Texeira, der um die nämliche Zeit die ge-trockneten Blätter in Malakka sah; nähere Nachrichten gabenjedoch erst Jaricci und Trigaultius (1610), und genauere Be-schreibungen Bontius (1631), der Reisende Olearius (1633), undMandelslohe (1645), welche indes sämmtlich die medizinischenEigenschaften noch in den Vordergrund stellen (Wittstein a. a. 0.852; Volz 346 ff.). Die holländisch-ostindische Gesellschaft begannum 1630 den Theehandel zu betreiben, und brachte anfangs nurkleine Sendungen von einigen Zentnern nach Europa; bald aberfand das neue Getränk weitere Verbreitung, und zwar wesentlichinfolge der panegyrischen Verherrlichungen desselben durch dieholländischen Ärzte Tulpius, van Craanen (1620—1690), und