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Zwölfter Abschnitt.
die ihn auch nach Westindien geführt hatten, nach Florenz zurück-kehrte, brachte dorthin die Chokolade mit, und lehrte die Kunstihrer Bereitung, und die Herstellung eines warmen Getränkes ausKakaomehl; der neue Genuss erregte ausserordentliches Aufsehen,breitete sich rasch über ganz Italien aus, und wurde von dort ausauch nach Deutschland und Frankreich übermittelt. In Deutsch-land galt die Chokolade nur als Medizin, und findet sich als„Succolata indica praeparata" in der Kasseler Apothekertaxe von1656, und im Katalog der Dresdener Hofapotheke von 1683(Flückiger, „Dokumente"). In Frankreich wurde Chokolade zu-erst 1615 durch Anna von Spanien, die Gemahlin Ludwig'sXIIL,bekannt, gelangte aber nur in Besitz weniger Vornehmer, z. B. inden des Kardinals Richelieu, Bruders des Ministers; als MariaTheresia von Spanien, die Gemahlin Ludwig's XIV., nachParis kam (1661), war der Gebrauch der Chokolade noch so un-gewöhnlich, dass die Königin Aufsehen vermeiden wollte und „secachait pour prendre son chocolat"; der Hof nahm jedoch balddiese Sitte an, und während man 1671, wie aus einem Briefe derMadame de Sevigne an ihre Tochter hervorgeht, die Chokoladeausserhalb Paris noch kaum kannte, war gegen 1680 ihre Anwen-dung im ganzen Lande schon so allgemein, dass die französischenKolonieen, und zwar zuerst Martinique, Kakao im grossen anzu-bauen begannen (Le Grand d'Aussy III, 119). Pometius sagtbereits: „Chokolade macht man aus Kakao, Gewürz und Zucker,die beste in Paris" (I, 238). In England war Chokolade schonum 1625 sehr verbreitet, 1649 bauten bereits die englischen An-tillen Kakao, und 1657 gab es in London ein öffentliches Choko-ladehaus (Volz 281 ff.). Ebenso war in Holland Kakao schon vor1650 ein gesuchter Artikel; die holländischen Ärzte rühmten ihnausserordentlich, und begünstigten hierdurch seine Verbreitung, soz. B. brachte ihn Bontekoe, der Leibarzt des grossen Kurfürsten,1679 nach Berlin, und suchte ihn dort einzuführen. Friedrichder Grosse verbot den Chokoladenimport, und befahl dem ChemikerMarggraf, nach den Angaben eines französischen Arztes Missa,ein Surrogat dafür aus Lindenblüten und -Früchten herzustellen:die Bemühungen dieses Gelehrten blieben aber ohne Erfolg(Beckmann, „Phys.-Ökon. Bibl." VI, 483; Wiegleb, „Geschichteder Chemie", Berl. 1791; II, 122). Um 1700 verbreitete sich dieChokolade auch nach Russland und Schweden; Linne, der sie1769 in den „Amoenitates academicae" beschrieb, gehörte zu ihrengrössten Lobrednern, und gab dem Kakaobaume den Namen„Theobroma" (Götterspeise).
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