Der Zuckerverbruuch Europas im 17. und 18. Jahrhunderte.
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von Zwischenhändlern unmittelbar nach den Absatzgebieten ver-trieben (Beer II, 474; Falke II, 311; Busch, „Über die ham-burgischen Zuckerfabriken". Hanib. 1790, 3ff.). Die HamburgerZucker bewährten sich bald als reiner, fester, und namentlich fürden Seetransport geeigneter, als die holländischen, und verdrängtendiese seit 1700 in steigendem Masse aus Skandinavien, Finnland,Russland, und Deutschland, woselbst namentlich die LeipzigerMesse stets grosse Umsätze in hamburgischen Raffinaden aufzu-weisen hatte (Busch 8); seit etwa 1740 wurde auch die Kon-kurrenz Frankreichs, das bis dahin viel Zucker über Holland nachNürnberg, und zur See nach Danzig geliefert hatte (Falke II,289 und 298), allmählich überwunden; nur am Rhein blieb Hollandherrschend, und sandte bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts jähr-lich 6—700 Schiffe mit Zucker und Kolonialwaaren nach Mainz(ebd. II, 324), während England über Hamburg und Bremen einenTeil des nördlichen Deutschlands mit den nämlichen Artikeln ver-sorgte (ebd. II, 361). Diese Verhältnisse änderten sich erst, alsHamburg und Bremen nach Beendigung des nordamerikanischenUnabhängigkeitskrieges (1783) mit der Errichtung eigener Schiffeund der Eröffnung direkten Handels vorzugehen begannen, worinsie durch das völlige Stocken des Kolonialwaarenexportes Hollands,das, infolge seiner Einmischung in den amerikanischen Krieg,durch England völlig von seinen Rolonieen abgesperrt worden war,eine ebenso unerwartete wie mächtige Förderung erfuhren (FalkeII,. 311; Beer II, 473). In den Jahren 1795—1798 soll dieZuckereinfuhr auf hamburgischen Schiffen durchschnittlich 380000Meterzentner, im Jahre 1799 sogar 490000 Meterzentner betragenhaben, und die Rückwirkung dieser Umsätze auf den Öesammt-handel Deutschlands und den Absatz seiner Erwerbserzeugnisse,war eine grosse/
Die erste Konkurrenz innerhalb des deutschen Reiches scheintden Hamburger Raffinerieen gegen Ende des 17. Jahrhunderts inBrandenburg entstanden zu sein. Im sog. „Konkordate von St.Veit" hatten nämlich Kaiser Leopold und die Kurfürsten 1676bestimmt, es solle fortan im ganzen römischen Reiche kein hollän-discher Zucker mehr verkauft werden, „als welcher die heimischenGewerbe behindert, und viel Bargeld an feindlich gesinnte Aus-länder bringt"; den bereits in Deutschland befindlichen Zuckersollten Deutsche noch ein Jahr, Fremde noch zwei Monate langfeilhalten dürfen, während er nach Verlauf dieser Zeit der Kon-fiskation verfalle. Diese Verfügung dürfte die Errichtung vonZuckerraffinerieen in Schlalach. Lindow, und Schöpstorff in Bran-