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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zwölfter Abschnitt.

sehen und nordischen Märkte zu beherrschen (Rogers V, 140).Auch in Ostindien wurde der holländische Einfluss allmählich vomenglischen verdrängt; die englisch-ostindische Gesellchaft, welche1599 mit einem Kapitale von 370000 Pfund Sterling gegründet wor-den war, 1601 bereits Java, Sumatra, und die Molukken aufsuchte,Tind auf den zwölf, in den Jahren 1603—1613 unternommenenFahrten, Reingewinne von 171, 218, ja selbst von 340°/ o erzielthatte, breitete ihre Thätigkeit immer weiter aus, Hess seit 1660 dieKüsten des Gangesdeltas befahren, und besetzte 1668 Bombay;1703 wurde sie mit einer zweiten privilegierten Gesellschaft ver-einigt, und erweiterte von da ab systematisch und unter fort-währenden Kämpfen mit Holland, ihr Machtgebiet, bis. mit derZusammenfassung der zahlreichen, mehr oder minder ausgedehntenFaktoreien und Besitzungen zu einem einheitlichen Ganzen, 1757jene blutigen, mit unerhörter Zähigkeit und Nachhaltigkeit geführ-ten Kriege zum Ausbruche kamen, die 1784 mit der Errichtungdes englisch-ostindischen Reiches endigten.

Durch das, in Cromwell's Navigationsakte ausdrücklich aus-gesprochene Verbot, Rohstoffe zur Umarbeitung nach Holland zuverschiffen, wurde insbesondere die Zuckerindustrie Amsterdamsauf das ärgste geschädigt, während zugleich die Englands raschenAufschwung nahm, um so mehr als der, mit ausserordentlicherSchnelligkeit wachsende Nationalreichtum des Landes, Luxus undWohlleben begünstigte, die Existenzbedingungen weiter Kreiseverbesserte, und den Verbrauch von Kolonialwaaren aller Artsteigerte, ja zu einem täglichen Bedürfnisse erhob (Beer 11,393).In London, Bristol, Greenock, und Glasgow wurden neueRaffinerieen errichtet (Reed 144), und durch deutsche Meister, diewegen ihrer Gewissenhaftigkeit und Reinlichkeit sehr beliebt waren,in Betrieb gesetzt*) (Poppe, „Gesch. der Techn.", a. a. O.); ob-wohl 1660 ein beträchtlicher Ausfuhrzoll auf den Rohzucker derKolonieen gelegt wurde, so nahm deren Erzeugung doch so raschzu, dass dieselben um 1680 bereits allein das für den ganzenenglischen Markt erforderliche Quantum zu liefern vermochten, undden Ansprüchen desselben auch genügen konnten, als gegen 1685die Zuckerausfuhr Englands nach Deutschland und dem Nordengrössere Bedeutung gewann. Auch in England selbst wuchs derZuckerverbrauch erheblich, wie z, B. aus der Thatsache folgt,

*) Die Angabe Rogers' (V, 461)., dass vor 1673 eine Rohzuckereinfuhrnicht nachweisbar sei, kann also unmöglich allgemein richtig sein; ver-mutlich soll sie sich nur auf den Rohzucker der britischen Kolonieen beziehen.