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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Elfter Abschnitt.

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2 Maurer, 1 Schreiner, 1 Wagner, 1 Viehhüter, 1 Krankenwärter,6 Hausarbeiter, 1 Aufseher, und 25 Kinder; dabei rechnete manauf 7 Kranke und 10 Alte, nicht mehr Arbeitsfähige. Die Un-kosten für diese Plantage betrugen: Gehalt und Kost für die weissenOberaufseher 2210 Fr., Leinen und Kleider 800 Fr., Arzt 500 Fr.,Handwerkzeug 300 Fr., Salzfleisch 2600 Fr., Tücher, Alaun undSpiessglas 200 Fr., zusammen 6610 Fr.; die Einnahme für Zuckerund Rum belief sich meist auf ca. 60000 Fr., so dass etwa 53 000 Fr.Reingewinn blieben, von denen jedoch noch die Haushaltungs-kosten des Besitzers zu bestreiten waren.

Mit den Angaben Labat's stimmen fast völlig die, aus denWerken des Franciscus, Hugesius, Markgraf, Nardius, Pisound Rajus geschöpften überein, die sich in Hoffmann-Maeder-jan's „Dissertatio de Saccharo" (Halle 1701), Rohr-Pre's „Disser-tatio de arundine saccharina" (Erfurt 1719), Hoermann-Plaz's„De saccharo" (Lpzg. 1763), und Zahlheimb's „Dissertatio deSaccharo" (Wien 1772) vorfinden. Erwähnenswert wäre nur, dassman die Formen statt auf Pötten auch auf hölzerne Stellagensetzte (Hoffmann), dass man zum Decken, statt Thon auch Gyps,Kreide, ja selbst Asche anwandte (Rohr), und dass man beimRaffinieren das Klären mit Kalk möglichst vermied, weil die Ärzte,allen Aufklärungen zum Trotze, den mittelst Kalk zubereitetenZucker als „hitzig" und gesundheitsschädlich hinstellten (Hoff-mann). Nach Hoffmann und Zahlheimb wurden auf den Zucker-inseln Pferde und Schweine mit Zuckerrohrabfällen gemästet, „wo-bei Letztere staunenswert fett wurden, und ein Fleisch, zart undwohlschmeckend wie Hühnerfleisch erhielten." Für Tauben, Enten,Eidechsen, Frösche, und Bienen sollte hingegen der Zucker ein Giftsein; die Kanarienvögel aber, die ihn vertragen können, hätten ausdiesem Grunde den Namen „Zuckervögel" erhalten (s. Beckmann,„Beitr." I, 563; „Phys.-ökon. Bibl." XV, 244 und XVI, 336).

Nach der Nordküste Südamerikas (Terra firma) gelangte dasZuckerrohr erst gegen 1600, und zwar von den Antillen aus (Hum-boldt, „Reisen" II, 306); der Anbau desselben wurde zwar all-mählich ein ziemlich bedeutender, die Fabrikation war aber nochgegen Ende des 18. Jahrhunderts eine höchst mangelhafte. „DieZuckererzeugung in Terrafirma", sagt Humboldt („Reisen" II, 305und 306), „steht auf sehr tiefer Stufe, weil man nur für den Ver-brauch im Lande fabriziert und sich für den Absatz im Grossenlieber an den sog. Papelon hält, als an Rohzucker oder Raffinade.Papelon ist ein unreiner braungelber Zucker in ganz kleinen Hüten,mit Melasse und schleimigen Stoffen verunreinigt; man hält ihn