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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Elfter Abschnitt.

1 Teil Ätzkalk-Pulver, in Rohsaft gelöscht, und, wenn nötig, auchetwas Spiessglas zu, beginnt, sobald die ganze Oberfläche schaum-bedeckt ist, mit dem Abschäumen, kocht eine Stunde lang, undschöpft hierauf den Saft mit dem Löffel rasch in den „ Reinigungs-kessel *; in diesem kocht man auf, giebt etwas Lauge zu, schäumtab, und schöpft in den „Laugenkessel" über, in welchem mandem Safte esslöffelweise klare Lauge zusetzt, umrührt, aufkocht,abschäumt, und dies so lange wiederholt, bis kein neuer Schaummehr aufsteigt. Nun bringt man den Saft in den „Läuterungs-kessel", verfährt, sobald der Saft zu Syrup zu werden, und wiederSchaum zu entstehen beginnt, so wie vorher, dickt dann den Saftim „Syrupkessel" stark ein, und bringt ihn zuletzt in die „Batte-rie". Hier giebt man starkes Feuer, so dass grosse Blasen auf-steigen, die man durch etwas Butter niederhält, setzt etwas klaresKalkwasser mit Alaun, oder auch etwas Alaunpulver zu, kochtrasch bis zur Fadenprobe ein, und schöpft, sobald diese erreichtist, die Masse in den Kühlkessel. Sollte der Saft zäh und lang-sam kochen, so kann man ihn in der Batterie nochmals mit etwasWasser verdünnen, und wird sich hierdurch meistens helfen können;dagegen ist es ganz verwerflich, statt Alaun Gyps (bis zu einemPfunde!) zuzusetzen, denn dieser reisst zwar den Schleim mitnieder, bleibt aber später im Zucker zurück, und bewirkt, dassdieser den Syrup nicht loslässt. In den Kühlkesseln wird langsamumgerührt, wobei sich, je nach der Güte der Masse, binnen 7—15Minuten eine Rinde bildet; nach abermaligem Umrühren bringtman die Füllmasse in die Kanots, lässt sie abkühlen bis sie ebennoch fiiesst, und giesst sie dann in Fässer, welche, nach gesetz-licher Verordnung, wenigstens drei Löcher im Boden haben müssen,und reihenweise auf Lattenböden über einer Zisterne aufgestelltwerden. In jedes Loch steckt man ein Stück Zuckerrohr, undlässt durch dieses den Syrup abfliessen; je nach der Güte des ver-arbeiteten Rohres, und der Sorgfalt der Fabrikation, erhält manhierbei aus 12—-1400 Pfund Füllmasse, dem Inhalte eines Fasses,400—700 Pfund Rohzucker, doch wird hierbei viel Betrug ge-trieben, indem man die Masse so kalt ausfüllt, dass sie sammtallem, oder dem meisten Syrup, ganz erstarrt, oder indem manbeim Ausfüllen den Ablaufsyrup aus der Zisterne wieder beimischt,oder endlich indem man die Fässer, statt sie nur mit Thonerdezu dichten, mit einer dicken Lage derselben ausschmiert.

Kap. 18 und 19. Gedeckter Zucker (sucre terre). BesondereUmstände, die in der Zollpolitik des Mutterlandes ihre Begründunghatten, — auf welche weiter unten zurückzukommen sein wird, —