Die Zuckerfabrikation Amerikas im 17. und 18. Jahrhunderte. 311
Im 15. und IG. Kapitel werden die zur Zuckerfabrikation nötigenGeräte geschildert. Man braucht sechs tragbare Kühlkessel ausKupfer, von 3 — 4 Fuss Durchmesser und 1—1% Fuss Tiefe,einige kupferne Ausfüllbecken (wegen ihrer Form auch Raben-schnäbel genannt), mehrere gelochte und nicht gelochte Schaum-löffel, eine mit Filtertuch überzogene, einem Backtroge ähnlicheKiste, und sechs Filtertücher von \ l j a Ellen Länge, an den Rändernund in der Richtung der Diagonalen mit aufgenähten Streifenverstärkt, welche, wenn man sie aus gutem Stoff (die Elle zu7 Francs) macht, und jedesmal nach Gebrauch reinigt, 3—4 Monatelang brauchbar bleiben. Als Laugenfass benutzt man eine, sichnach unten stark verengende Bütte von 2 Fuss Höhe und 8 FussDurchmesser: zuunterst legt man etwa 6 Zoll hoch eine Schichtgewisser, sehr salzreicher Kräuter, darauf eine Schicht bester Holz-asche von Kastanien-, Orangen-, oder Eichenholz, sodann eineSchicht Ätzkalk, und schliesslich wieder eine Lage Kräuter; nungiesst man siedendes Wasser auf, und giebt das unten durch-tropfende immer wieder oben auf, so lange bis die Lauge unerträg-lich scharf schmeckt, und die Haut der Finger beizt; muss manunreifes Zuckerrohr verarbeiten, so setzt man noch etwas Spiess-glaspulver bei, welches stark reinigend wirkt, aber die Lauge und auchden Zucker schwärzt. Von den thönernen Zuckerformen, welche30—35 Pfund Füllmasse, entsprechend 20—21 Pfund Rohzuckerfassen sollen, bezieht man die besten aus Bordeaux; sie sind18—20 Zoll hoch, glatt, poliert, von weisser Farbe, und heissen,ächte". Die „unächten" oder „bätardes" (daher der AusdruckBastern) fassen 60—70 Pfund Füllmasse, sind 3 Fuss hoch, haben14—15 Zoll Durchmesser, und werden mit Holzbelag und Reifenverstärkt; zu jeder Form gehört noch ein Syruptopf, der am besten16 Zoll Breite und Höhe besitzt, und ohne B'üsse platt am Bodenaufsteht. Hat man neue Formen gekauft, so verstärkt man diesedurch drei Reifen aus grünen Lianen, legt sie 2—3 Tage indünnes Zuckerspülwasser, dann 12 —15 Tage in klares Wasser,und reinigt sie vor Gebrauch bestens. Die einheimischen, sogenanntenInselformen, sind rot, 26 Zoll hoch, haben 1 Fuss Durchmesser,und kosten sammt Syruptopf, das Stück 3 Francs. Endlich ge-braucht man noch einige hölzerne Tröge (Kanots), in denen dieZuckermasse auskühlen kann, Rührhölzer aus gutem, hartem Holz,und Palmbesen von verschiedener Grösse.
Kap. 17 beschreibt die Kocharbeit. Man schöpft den R.oh-saft aus dem Sammelgefäss in den „grossen Kessel", setzt, je nachdessen Qualität, ein Gemisch von 1 Teil Holzasche mit */ 8 , l / 8 oder